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Hinterbliebene trauern und wollen Konsequenzen

Hinterbliebene gedenken zum ersten Jahrestag der Atami-Schlammlawine der Opfer

Letztes Jahr kam es in der Stadt Atami in der Präfektur Shizuoka zu einer fatalen Schlammlawine, die zahlreiche Tote forderte. Zum ersten Jahrestag der Katastrophe haben sich Hinterbliebene und Anwohner zu einer Gedenkveranstaltung versammelt.

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Am Sonntag versammelten sich etwa 80 Person, darunter Hinterbliebene und lokale Politiker, in einer Grundschule in der Stadt. Zusammen legten sie eine Schweigeminute für die 27 Verstorbenen ein, die am 3. Juli 2021 durch die Schlammlawine zu Tode kamen.

Atami will einen schnellen Wiederaufbau erreichen

Anschließend hielt Bürgermeister Sakae Saito eine Rede. Er drückte dabei den Hinterbliebene sein tiefes Beileid aus. Ebenfalls erklärte er, dass die Stadt von der Tragödie lernen will, um ähnliche Katastrophen in der Zukunft zu verhindern. Auch betonte er, dass er alles für die Wiederaufbauarbeiten tut, damit die Menschen zu ihrem friedlichen Alltagsleben so schnell es geht zurückkehren können.

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Eine zweite Veranstaltung fand am selben Tag am Izusan Hafen in Atami statt, wo die Schlammlawine reingeflossen war, nachdem sie etwa zwei Kilometer herabgerutscht war. Etwa 200 Polizisten, Küstenwachen-Beamte, Taucher und andere Personen hielten eine Schweigeminute ab.

Danach fand eine Suchaktion mit fünf Schiffen und 15 Taucher statt, um eine Frau zu finden, die weiterhin als vermisst gilt. Die Frau ist die letzte Person, die als vermisst gilt.

Hinterbliebene wollen Klagen

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Viele der Betroffenen haben das Unglück immer noch nicht überwunden. Eine Frau, die ihre erwachsene Tochter verlor, erzählte, dass sie selbst jetzt ihren Tod nicht akzeptieren kann.

Andere wollen hingegen Konsequenzen. Eine Familie gab ebenfalls am Sonntag bekannt, dass sie bis Ende August eine Klage gegen Atami reinreichen wollen. Sie fordern von der Stadtregierung und der Präfektur Schadensersatz. Ein Untersuchungsbericht hatte bereits im Mai belegt, dass das Unglück hatte verhindert werden können.

Die Stadt und die Präfektur hatten versagt, die Sicherheitsregulierungen für die Deponien an dem Berg durchzusetzen. Die viel zu hohen Erdmassen in Kombination mit dem Starkregen waren Ursache für die zerstörerische Schlammlawine. Wer dafür nun die Verantwortung tragen soll, steht aber bisher nicht fest.

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