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HomeNachrichten aus JapanHiroshima rudert bei den Anti-Raucher-Maßnahmen wegen Beschwerden zurück

Mitarbeiter erhalten wieder eigenen Bereich zum Rauchen

Hiroshima rudert bei den Anti-Raucher-Maßnahmen wegen Beschwerden zurück

Kyodo: Japan hat in den letzten Jahren seine Anti-Raucher-Maßnahmen massiv verstärkt. Auch in Hiroshima wurden Verordnungen in den Bürogebäuden durchgesetzt. Nun rudert man zurück, weil es Beschwerden gibt.

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Ein Bürogebäude der Kommunalverwaltung in Hiroshima wird diesen Monat wieder einen Raucherbereich einführen. Eigentlich soll seit Juni 2019 nicht mehr in und an dem Hiroshima Joint Government Building geraucht werden und im Rahmen des überarbeiteten Gesundheitsförderungsgesetzes wurden alle Raucherbereiche abgeschafft.

Mitarbeiter rauchen vor dem Gebäude

Das Verwaltungsbewertungsbüro der Region Chugoku, das dem Innenministerium untersteht, hat seitdem aber zahlreiche Beschwerden erhalten. Anwohner fühlten sich davon gestört, dass die Angestellten auf der Straße vor dem Gebäude trotz der Maßnahmen rauchten.

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Für die Zuständigen war das ein Beleg dafür, dass sich die Mitarbeiter sowieso nicht vom Rauchen abbringen lassen. Aus dem Grund wurde sich dazu entschieden, die Maßnahmen zu lockern, um so auch weitere Beschwerden von der Bevölkerung zu verhindern.

Der neue Raucherbereich soll nun am nördlichen Ende des Geländes des gemeinsamen Regierungsbüros errichtet werden, wo 23 Organisationen, darunter Regierungsbüros, zusammentreffen. Ein Teil eines Fahrrad-Außenparkplatzes zur Stadtstraße hin wird mithilfe einer zwei Meter hohen Trennwand zum Raucherbereich umfunktioniert. Die Kosten für den Umbau werden zwischen allen 23 Parteien aufgeteilt.

Hiroshima hatte dem Passivrauchen den Kampf angesagt

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Die Entscheidung zum neuen Bereich sorgt für scharfe Kritik und besonders die örtliche Ärztekammer bezeichnet sie als „gegen die Zeit“. Raucherbereiche würden laut ihnen Passivrauchen und die Verbreitung des Coronavirus fördern. Gerade als öffentliche Institution sollten sie den Menschen und dem Privatsektor ein Vorbild sein.

Mit der Teilumsetzung des überarbeiteten Gesundheitsförderungsgesetzes wurde 2019 das Rauchen in den Räumlichkeiten von Verwaltungsbehörden grundsätzlich verboten. Man wollte vor allem gegen das Passivrauchen vorgehen, dass als großes Problem angesehen wurde. Raucherbereiche im Freien sind deswegen auch nur erlaubt, wenn es Maßnahmen gegen das Passivrauchen gibt. Hiroshima ließ sie trotzdem alle schließen.

Für die Mitarbeiter bedeutet das jedoch, dass sie sich woanders einen Platz für ihre Zigaretten suchen mussten. In der Nähe des Geländes befindet sich eine Kabine, ein Park und eine Straße, wo das Rauchen erlaubt ist. Dort sollen Mitarbeiter aber auch außerhalb der Gebiete geraucht haben. Geldstrafen und Aufklärungskampagnen brachten nichts, weswegen jetzt zu drastischeren Maßnahmen gegriffen wurde.

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