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HomeNachrichten aus JapanHöchster Gerichtshof in Japan bestätigt Entschädigung für Eltern von Tsunami-Opfern

Die Kinder starben, weil sie auf Anweisung auf dem Schulgelände blieben

Höchster Gerichtshof in Japan bestätigt Entschädigung für Eltern von Tsunami-Opfern

Der Tsunami von 2011 ist in Japan immer noch in vielen Köpfen präsent. Aber auch manche Gerichte sind noch mit der Naturkatastrophe beschäftigt. Japans oberstes Gericht hat nun ein Urteil bestätigt, das Eltern entschädigt, deren Kinder aufs Meer getrieben wurden.

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Das betrifft die Eltern von 74 Kindern der Okawa-Grundschule in der Stadt Ishinomaki in der Präfektur Miyagi. Den Kindern war gesagt worden, sie sollten auf dem Schulgelände mit ihren Lehrern warten. Doch dort war es zu flach und die Kinder starben. Auch zehn Lehrer starben, weil sie sich nicht in Sicherheit brachten.

Die 29 Kläger – Eltern von 23 Kindern, die bei der Katastrophe starben – argumentierten, dass ihre Kinder überlebt hätten, wenn sie rechtzeitig evakuiert worden wären. Das Bezirksgericht Sendai entschied 2016, dass zwei lokale Regierungen insgesamt 1,43 Milliarden Yen (fast 12 Millionen Euro) an die Kläger zahlen sollten.

Dieses Urteil wurde 2018 vom Sendai High Court bestätigt und am Donnerstag wies der Oberste Gerichtshof Japans eine Berufung der lokalen Regierungen zurück, sagte eine Sprecherin des Gerichts.

Der Anwalt der Kläger, Kazuhiro Yoshioka, sagte: „Das ist historisch. Das bedeutet, dass der Oberste Gerichtshof übereinstimmt, dass Schulen im ganzen Land ihr Bestes tun müssen, um die Sicherheit der Kinder zu gewährleisten.“ Der Oberste Gerichtshof entschied, dass die Lehrer vor dem Auftreten des Bebens hätten vorhersagen können, dass ein Tsunami die Schule erreichen würde.

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Dem Tsunami von 2011 war ein riesiges Unterwasserbeben vorausgegangen. Der Tsunami forderte 18.500 Menschenleben und führte zum atomaren Unfall im Kernkraftwerk Fukushima. Auch die Beamten in Ishinomaki haben daraus gelernt. Ein Beamter sagte, dass die Stadt „seit dem Tsunami 2011 stetige Fortschritte bei den Sicherheitsmaßnahmen gegen mögliche Katastrophen gemacht hat.“ Zum Urteil wollte er sich aber nicht äußern. Auch die Beamten der Präfektur waren für keine Stellungnahme zu erreichen.

JT

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