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HomeNachrichten aus JapanGesundheit & WissenschaftHoher Anteil an Kindern mit Sehschwäche in Saitamas Grundschulen

Jährlicher Gesundheitsbericht zeigt negative Entwicklungen

Hoher Anteil an Kindern mit Sehschwäche in Saitamas Grundschulen

Vor einigen Monaten stellte eine Studie des japanischen Gesundheitsministeriums bereits einen hohen Anteil an Schulkindern mit Sehschwäche in den Junior High Schools fest. Doch mittlerweile zeigt sich, auch in Grundschulen nehmen die Zahlen besorgniserregend zu.

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Das zeigt ein von der Präfektur Saitama veröffentlichter Bericht aus dem Schuljahr 2021. In dem jährlichen Bericht werden Gesundheitsdaten aus allen Schulen der Präfektur ausgewertet und auf mögliche Problembereiche hin untersucht. Dabei zeigte sich ein Trend in der Verschlechterung der Sehkraft.

Sehschwäche in Schulen – Digitalisierung als Problem

Laut dem Bericht, den die Präfektur-Regierung kürzlich veröffentlichte, beträgt der Visus – also die Sehkraft – bei rund der Hälfte der Sechstklässler in Saitama weniger als 1,0. Der Wert 1,0 entspricht dabei der durchschnittlichen Sehkraft – bei Menschen bis zu 20 Jahren liegt er üblicherweise sogar oft deutlich über 1,0. Sinkt die Sehstärke einer Person unter 1, kann eine Sehschwäche vorliegen, die dann unter Umständen mit Hilfsmitteln – also etwa einer Brille – ausgeglichen werden muss.

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Die Daten zeigen auch, dass der Anteil der Kinder mit geringer Sehkraft über die Schuljahre deutlich zuzunehmen scheint. So wurde nur bei 22,9 Prozent der Erstklässler ein Wert unter 1,0 festgestellt, in der Klassenstufe vier waren es bereits 34,9 Prozent und schließlich 49,9 Prozent in den sechsten Klassen.

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Insgesamt leidet ein Drittel von Saitamas Schulkindern unter einer unterdurchschnittlichen Sehstärke. Zehn Prozent erreichten bei den Untersuchungen sogar nur eine Sehstärke unter 0,3 – hatten also eine starke Sehschwäche. Saitama ist dabei nicht die einzige Präfektur, in der sich ein Trend zu nachlassender Sehstärke in jungen Jahren zeigt. Auch aus Hokkaido wurden ähnliche Zahlen gemeldet.

Digitalisierung in den Schulen

Nach Ansicht der Abteilung für Gesundheit und Sport der Präfektur könnte die vermehrte Nutzung von Smartphones und anderen Geräten in Schule und Privatleben ein Grund für den Negativtrend sein. Während im Fall der Junior High School-Schüler das japanische Gesundheitsministerium noch Anime und Videospiele als Schuldige heranzog, blickt man in Saitama auch auf die Schulen selbst.

Denn die Digitalisierung des Unterrichts spielt in Japan zunehmend eine große Rolle. Auch in den Klassenzimmern werden immer auf digitale Medien gesetzt, einige Schulen setzen bereits im großen Stil Tablets und Laptops ein. Die Schulen sind darum angehalten, ihren Schülern regelmäßige Pausen von den Bildschirmen zu ermöglichen, um eine Belastung der Augen zu vermeiden.

Positive Zahlen konnten dagegen beim Risiko für Übergewicht gemeldet werden. Im Zuge der Pandemie war der Anteil der Kinder, die eine Tendenz zum Übergewicht zeigten, deutlich angestiegen. Nun sanken die Zahlen wieder, ein Ergebnis eines veränderten Umgangs mit der Pandemie. Als Gruppe mit dem größten Risiko identifizierte der Bericht Jungen im Alter von 12 und Mädchen im Alter von 13 Jahren. Rund ein Zehntel von ihnen zeigte eine Tendenz zum schweren Übergewicht.

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