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Unternehmen können nicht einfach Jobangebote und Verträge zurückziehen

Hotlines beraten in Japan Arbeitsuchende und Leiharbeiter während der Corona-Pandemie

Aufgrund der Ausbreitung des Covid-19 haben viele Unternehmen in Japan ihre Stellenangebote zurückgezogen oder Leiharbeiter entlassen. Die Zahl der Arbeitssuchenden ist deswegen zurzeit deutlich höher. Japans größte Gewerkschaftsgruppe Rengo versucht zu helfen und bietet für die Menschen Hotlines an.

Rengo richtete kürzlich acht Hotlines ein, die Arbeitssuchenden und Leiharbeitnehmern Ratschläge geben und versuchen, ihnen in der schwierigen Zeit zu helfen. Seit Montag um zehn Uhr sind die Nummern freigeschaltet und die Nachfrage scheint groß zu sein. Die ersten Anrufe gab es nämlich sofort.

Studenten verlieren Jobangebote

Eine Frau erklärte, dass ihre Tochter im März ihren Universitätsabschluss gemacht hat. Sie hatte auch schon einen Job in Aussicht, das Unternehmen habe nun jedoch das Angebot aufgrund der aktuellen Lage zurückgezogen. Eine Beraterin von der Hotline machte ihr jedoch Mut und wies darauf hin, dass das Verhalten der Firma nicht rechtens ist.

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Der Arbeitsvertrag ist trotzdem gültig, wenn Unternehmen Bewerbern inoffizielle Stellenangebote unterbreiten. Sie können deswegen nicht einfach das Angebot wieder zurücknehmen, auch wenn sich die Geschäftslage aufgrund der Pandemie verschlechtert. Die Beraterin empfahl der Frau, dass sich ihre Tochter schnellstmöglich an ein Arbeitsnormen-Inspektionsbüro wenden soll, das sich genauer mit der Angelegenheit befasst.

Um ähnliche Rechtsfragen ging es bei einem Mann aus dem Einzelhandel. Ihm wurde mitgeteilt, dass sein befristeter Vertrag Ende März gekündigt wird, obwohl er erst im April ausläuft. Die Hotline erklärte ihm, dass das ebenfalls illegal ist. Unternehmen dürfen nicht ohne Rücksprache einfach einen Arbeitsvertrag verfrüht kündigen. Der Berater empfahl dem Mann, um eine weitere Beschäftigung bis Ende April mit der monatlichen Bezahlung zu bitten.

Arbeitsministerium bestätigt zurückgenommene Jobangebote

So wie dem Mann und der ehemaligen Studentin geht es zurzeit vielen Menschen in Japan. Befristete Arbeitsverträge werden früher gekündigt oder nicht verlängert. Universitätsabsolventen verlieren plötzlich ihre Jobangebote und haben Schwierigkeiten Alternativen zu finden. Das stellt die meisten vor Probleme. Sie können ihre Studentendarlehen ohne Job nicht zurückzahlen, wie eine junge Frau aus Tokyo erklärte.

Laut dem Arbeitsministerium sollen alleine am Freitag 22 Unternehmen Jobangebote für 32 Absolventen gestrichen haben. Das sind nur die Fälle, die offiziell bekannt sind. Die Dunkelziffern könnten dementsprechend viel höher sein.

NHK

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