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Hunderte ausländische Auszubildende verschwanden nach unfairen Behandlungen

Japan versucht in letzter Zeit, vermehrt ausländische Auszubildende und Arbeitskräfte anzuwerben. Dank eines staatlich geförderten technischen Praktikumsprogramms können vor allem junge Ausländer in Japan lernen. Doch in den letzten Monaten zeigte sich vermehrt, dass viele Unternehmen die Ausländer ausnehmen und schlecht behandeln. Deswegen verwundert es nicht, dass mehrere Hundert Auszubildende laut einer Umfrage nach den schlechten Zuständen verschwanden.

Im Rahmen einer Regierungsumfrage wurden 5.218 ehemals vermisste Auszubildende befragt. Beamten der Einwanderungskontrolle spürten sie auf und sprachen zwischen Januar 2017 und September 2018 mit ihnen. Es ergab sich dabei, dass 759 Personen aufgrund der schlechten Behandlung das Programm einfach verließen.

231 von ihnen besaßen keinen verpflichtenden Management-Pakt für Überstunden oder Vertragsverletzungen. Mit unbezahlten Überstunden kämpften 195 Personen. Weniger als den Mindestlohn erhielten hingegen 58 Personen. Weitere 69 Personen waren unterbezahlt. 92 gaben an, dass sie überhöhte Abgaben für Nahrung und andere Ausgaben machen mussten.

Einer gab sogar an, einen Hungerlohn von knapp fünf Euro pro Stunde erhalten zu haben und das bei durchschnittlich 60 unbezahlten Überstunden pro Monat. Andere berichten hingegen, dass die Unternehmen ihren Pass und die Aufenthaltskarte konfiszierten, sie ihr Haus nicht verlassen durften und die Handynutzung eingeschränkt war. Einige der Befragten gaben dazu an, dass sie in mehreren Punkten schlecht behandelt wurden.

Fahrlässige Todesfälle

Doch es kommt noch schlimmer: Seit 2012 verstarben 171 Personen aus dem Programm. Mindestens 28 bei einem Unfall auf der Arbeit, 59 an Krankheiten, neun durch Mord oder Körperverletzung und 17 nahmen sich das Leben. Einige Fälle deuten auf grobe Fahrlässigkeit hin. Bei den Unfalltoten verstarb einer an Hitzschlag und ein weiterer ertrank, als er über Bord ging. Ähnlich verhält es sich bei den Kranken. Mindestens drei starben an den Folgen von aufgezwungenen Überstunden. Einer der Selbstmörder arbeitete hingegen wohl dreieinhalb Monate lang mit nur vier Ruhetagen.

Nur 43 der Todesfälle waren der Regierung bekannt. Grund dafür sind vermutlich versäumte Meldungen der Zuständigen oder das Ministerium vergaß einfach, sie miteinzubeziehen. Justizminister Takashi Yamashita erklärte auf einer Pressekonferenz, dass sich die Regierung bemühen wird, das Programm angemessener zu betreiben.

Experten vermuten mittlerweile, dass es eine Verbindung zwischen den schlechten Arbeitszuständen und den Vermissten gibt. Alleine 2018 meldete das Justizministerium 9.052 Auszubildende, die nicht mehr zur Arbeit erschienen. Insgesamt gab es im Dezember 2018 in Japan 328.360 ausländische Praktikanten. Viele Auszubildende beklagten sich schon vor der Umfrage bei der Regierung über die Zustände im Programm.

Ministerium verspricht Besserung

Häufig müssen die Arbeiter aus ärmlichen Entwicklungsländern mehr arbeiten, als erlaubt, und erhalten dafür gleichzeitig weniger oder gar kein Geld. Dass die Arbeitgeber Kern des Problems sind, zeigte der zweite Teil der Befragung. Von den 4.280 Ausbildern meldeten sich 383 nicht zurück. Andere weigerten sich hingegen, zu kooperieren und wieder andere waren pleite.

Beamte des Ministeriums gaben zu, dass sie auf die Probleme der Auszubildenden nicht ausreichend reagierten. Sie versprachen mehr Unterstützung und vor allem Schutz. Das Ministerium will deswegen die Arbeitgeber besser kontrollieren. Gleichzeitig sollen die Fälle mit mutmaßlichen Gesetzesverstößen den Arbeitsbehörden gemeldet werden und Konsequenzen mit sich bringen.

Das Ministerium zeigt damit Einsicht. Bereits letzten November gab es schon eine Umfrage zu den vermissten Ausländern. Die war jedoch fehlerhaft und sorgte für große Empörung von den Betroffenen. In ihr hieß es nämlich, dass 87 Prozent angeblich abhauten, weil sie eine bessere Bezahlung suchten.

Weitere 67 gingen angeblich wegen der niedrigen Löhne. Die Missstände selbst kamen dabei nicht wirklich zum Vorschein. Neue Maßnahmen und Verständnis sind dabei äußerst notwendig, da ab dem 1. April die neuen Visa gelten, die das Arbeiten in Japan für ausländische Fachkräfte vereinfachen sollen.

Quelle: Mainichi Shimbun

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Kommentare

1 Kommentar

  1. Irgendwie hab ich schon geahnt, dass es sowas war. Ihr habt ja schon einmal darüber berichtet, dass immer mehr Studenten aus den Universitäten oder sonst wo verschwunden sind. Tja, und das Ergebnis hier ist nicht überraschend.
    Ich jedenfalls werde mich hüten, jemals in Japan zu arbeiten.

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