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Regierung hat Angst vor einem Massenstreik

Hunderte Krankenschwestern in Tokyo drohen mit Kündigung

In Japan steigen erneut die Zahlen der mit Covid-19 infizierten Personen täglich an. Krankenhäuser, besonders in Saitama und Tokyo, sind aus diesem Grund erneut komplett ausgelastet. Die finanzielle Unterstützung für Einrichtungen und Personal lässt jedoch weiter auf sich warten. Da die Lage sich nun zuspitzt, planen hunderte Krankenschwestern zu kündigen.

Genauer davon betroffen ist das Tokyo Women’s Medical University Hospital im Shinjuku Bezirk der Stadt. Seit Tagen gibt es immer wieder Meldungen, dass die Gewerkschaft des Krankenhauses ihren Arbeitgeber unter Druck setzte. Grund dafür ist die Sommerprämie.

20 Prozent der Belegschaft wollen gehen

Aus finanziellen Gründen will das Krankenhaus den Bonus streichen, da sie sich ihn aktuell nicht leisten können. Bereits Mitte Juni wurde die Streichung der Prämie für alle Mitarbeiter beschlossen. Letztes Jahr gab es im Vergleich für jede Krankenschwester einen Bonus von umgerechnet 4.509 Euro. Besonders in der derzeitigen Krise ist das für viele Mitarbeiter nicht wenig Geld.

Mehr zum Thema:  Immer mehr Ärzte in Japan haben Probleme

Dass sie darauf jetzt verzichten müssen, sorgt für großen Unmut. Die Gewerkschaft fordert den Vorstand auf, die Entscheidung zu überdenken, da es sonst massive Konsequenzen für den Betrieb gibt. Um die 400 Krankenschwestern drohen zu kündigen, wenn sie den Bonus nicht erhalten. Das sind 20 Prozent der Belegschaft, die in dem Krankenhaus und verbundenen Einrichtungen arbeiten.

Regierung ist wegen möglicher Streiks besorgt

Sollten sie wirklich gehen, wäre das katastrophal. Allgemein geht mittlerweile die Angst vor den Folgen um. Es besteht nämlich ebenfalls die Möglichkeit, dass große Teile des Personals einen Massenstreik starten, was starke Auswirkungen auf die Gesundheitsversorgung im Bezirk hätte.

Das Krankenhaus allein hat 1.000 Betten und gilt als eine der Einrichtungen, die medizinische Notfälle per Krankenwagen aufnehmen können. Die Stadtregierung von Tokyo ist deswegen sehr besorgt wegen der Lage. Ein Sprecher der Abteilung für Medizinpolitik gab an, dass sie die Situation erst noch richtig erfassen müssen, um dann zu überlegen, was die richtigen Maßnahmen wären.

Doch nicht nur das Tokyo Women’s Medical University Hospital könnte großen Ärger machen. Auch andere medizinische Einrichtungen im ganzen Land kämpfen mit finanziellen Problemen. Bei einer Umfrage gaben 350 von ihnen an, dass sie ihre Sommerprämie kürzen müssen oder auch streichen.

TAS

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