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Die Roulette-Bande drückt mal wieder ordentlich auf die Tube

Illegale Raser nutzen verlassene Autobahnen in Tokyo als Rennstrecken

Die Roulette-Bande ist wieder in Tokyo unterwegs. Sie verwandelt die Autobahnen Tokyos nach Einbruch der Dunkelheit in richtige Rennstrecken. Wegen der aktuellen Corona-Pandemie sind nur wenige Autos unterwegs.

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Die Mitglieder fahren mit aufgemotzten Fahrzeugen und brettern über den Metropolitan-Expressway mit einem Tempo weiter über der Geschwindigkeitsbegrenzung, was bei der Polizei nur für wenig Begeisterung sorgt.

Leere Autobahnen werden zu illegalen Rennstrecken

Die „Roulette-Bande“ ist mittlerweile ein geflügelter Begriff für rücksichtslose Fahrer, die auf den Autobahnen, vorrangig um Tokyo und Osaka, unterwegs sind. Den Spitznamen verdankt die Gruppe ihren Fahrzeugen, die wie sich drehende Roulette-Räder durch die Straßen kreisen. Die illegalen Rennfahrer erlangten erstmal 1990 nationale Bekanntheit, danach wurde ihre Zahl eigentlich weniger, bis heute.

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Die leerer werdenden Straßen gaben den Möchtegern-Rennfahrern jetzt wieder neuen Schub. Nachdem die Regierung den Ausnahmezustand in ganz Japan verhängte hat, blieben die meisten Japaner zu Hause und nur noch wenige Autos sind auf den Schnellstraßen unterwegs.

Die Zuschauer, die über verschiedene Kanäle von den Rennen erfahren, strömen trotzdem auf die Straßen und bestaunen die bunten Autos, die Nacht für Nacht durch das Zentrum Tokyos heizen. Mittlerweile machte aber auch die Polizei mobil, um dem nächtlichen Treiben ein Ende zu setzen.

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Der Tatsumi-Parkplatz des Metropolitan Expressway in Tokyoter Stadtteil Koto platzte vor wenigen Tagen aus allen Nähten, als sich dort zahllose modifizierte Autos zusammenfanden. Eigentlich bietet der Parkplatz Raum für 50 Autos, an diesem Abend standen dort etwa 70 Fahrzeuge. Die Nummernschilder stammten aus verschiedenen Präfekturen aus der Region Kanto.

Autobahn als Rennstrecke
Parkplatz an der Autobahn in Tokyo Bild: Ryo Kato

Oftmals kommen die Fahrer in kleinen Gruppen aus den verschiedenen Präfekturen, um gegeneinander anzutreten. Die aufgemotzten Autos erreichen Geschwindigkeiten von 200 Kilometer pro Stunde, erlaubt sind auf dem Rundkurs des Metropolitan Expressway maximal 60 km/h.

Polizei macht mobil gegen Roulette-Raser

Die Fahrer freuen sich, dass wegen der Pandemie die Straßen so leer sind. Viele studieren eigentlich und haben jetzt viel Zeit, da die Universitäten noch geschlossen haben und auch andere Freizeitmöglichkeiten größtenteils ausfallen.

Das Verkehrsaufkommen auf Japans Autobahnen ist nach Angaben des Ministeriums für Land, Infrastruktur, Transport und Tourismus seit Ausrufen des Ausnahmezustands rückläufig. Im Vergleich zum Vorjahr sind nur 60 Prozent der Autos auf den Straßen.

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Schon bald nachdem sich der Parkplatz gefüllt hatte, rückte aber auch die Polizei von Tokyo an und erklärte, dass der Parkplatz umgehend geschlossen wird. Die Beamten nahmen alle Fahrzeuge unter die Lupe und stellten unter anderem Mängel und illegale Modifikationen an den Autos fest. 17 Fahrer wurden festgenommen, darunter ein junger Mann, der noch gar keinen Führerschein hatte.

Die Polizei stellte überall an den Schnellstraßen im Tokyo tragbare Radarfallen auf. Innerhalb kürzester Zeit stellte sie acht Geschwindigkeitsüberschreitungen fest. Von Seiten der Bewohner erreichte die Polizei 15 Beschwerden wegen Lärmbelästigung.

AS

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