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Immer mehr Japaner sprechen sich gegen Anime-Tourismus aus

Die Störungen im Leben der Menschen werden immer größer

Das Wirtschaftsmagazin Money Post beschäftigt sich auf seiner Webseite und in einem neuen Print-Artikel mit den Nachteilen des Anime-Tourismus. Diese Art der Pilgerreisen nahm in den letzten 10 Jahren massiv zu. In dem Artikel kamen viele Einheimische zu Wort, aber auch Menschen, die vom Boom im Anime-Tourismus profitieren.

Die Stadt Numazu in der Präfektur Shizuoka erlebte mit der Veröffentlichung von „Love Live! Sunshine!!“ im Jahr 2015 einen wahren Besucheransturm. Gemäß Angaben des Chefs der Tourismus-Abteilung der Stadt kamen pro Jahr etwa vier Millionen Menschen, später stieg die Zahl um 600.000 weitere Anime-Besucher. Das Tourismus-Informationszentrum der Stadt, das in der Nähe des Anime-Pilgerorts aufgebaut wurde, konnte seine Besucherzahlen innerhalb kürzester Zeit um das 13-fache steigern.

Japaner empfinden Anime-Tourismus als Störung

Allerdings äußerten einige Einheimische bereits früh Bedenken, was die Ruhe privater Orte anging. Die reale Mittelschule, die als Vorlage für die des Anime diente, musste am Tor bald ein Schild in japanischer und englischer Sprache anbringen, auf dem darauf hingewiesen wurden, dass nur Personen, die mit der Schule in Verbindung stehen, das Gelände betreten dürfen.

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Die Menschen aus Numazu kritisierten, dass Fans das Gelände ohne Erlaubnis betreten haben und Fotos machten, auf denen auch zufällig vorbeikommende Schüler abgelichtet wurden. Um Ärger zu vermeiden, sah sich die Schule gezwungen, das Hinweisschild aufzustellen.

Ein Lebensmittelhändler berichtete über die zwiespältige Situation, die der Anime-Tourismus für ihn mit sich brachte. Auch sein Geschäft taucht in einem Anime auf. Er erklärte, dass die Fans in ihren Autos extra langsam an seinem Laden vorbeifuhren, seinen Parkplatz verstopften und sogar die Parkplätze angrenzender Geschäfte in Anspruch nahmen.

Positive contra negative Auswirkungen

Der Artikel verweist auch auf den Vandalismus der „Love Live! Sunshine!!“-Gullydeckel, die in Numazu letztes Jahr ausgelegt wurden. Schlussendlich ließ die Stadt die Abdeckungen deswegen erst einmal wieder entfernen. Vier Monate später wurden sie wieder eingesetzt, allerdings durch Überwachungskameras geschützt.

Auch auf die positiven wirtschaftlichen Auswirkungen des Anime-Tourismus geht der Artikel ein. Gleichzeitig verweist er auf die gewollten Kooperationen bestimmter Regionen mit Anime, die dort spielen.

Ein Tourismus-Professor erklärte, dass bei Movies die wirtschaftlichen Vorteile für ein Gebiet in der Regel zwei Jahre lang anhalten, bevor sie wieder verschwinden. Bei bekannten Serien wie „Love Live!“, „Girls and Panzer“ oder „Lucky Star“ kehren diese Vorteile Jahr für Jahr wieder, solange die Reihen erfolgreich laufen.

MP

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