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Aus Angst vor dem Coronavirus

Immer mehr japanische Firmen führen Vorstellungsgespräche online

Immer mehr Unternehmen in Japan führen ihre Bewerbungsgespräche und Informationsveranstaltungen online über Videochats, da sie aufgrund der Ausbreitung des neuen Coronavirus von persönlichen Treffen als Vorsichtsmaßnahme absehen.

Am 1. März beginnen die Jobinformationtreffen für Universitätsstudenten, die im Frühjahr 2021 ihren Abschluss machen. Doch in diesem Jahr müssen die Studenten bei der Jobsuche eher ungewöhnliche Wege gehen.

Jobmessen abgesagt

Recruit Career Co., der in Tokyo ansässige Betreiber der Jobinformations-Website Rikunabi, gab am 20. Februar bekannt, dass er gemeinsame Jobmessen für neue Absolventen absagen werde, die in Tokyo und 43 anderen Präfekturen stattfinden sollten. Die Entscheidung fiel trotz der Prognose, dass eine für den 1. März geplante Jobmesse in der Hauptstadt rund 7.000 Teilnehmer anziehen würde.

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Die Mynavi Corp. in Tokyo plant derzeit nicht, eine für den 8. März geplante Jobmesse unter Beteiligung von rund 600 Unternehmen abzusagen, wird jedoch die Angelegenheit im Lichte von Regierungsankündigungen und anderen Faktoren sorgfältig prüfen, so ein Sprecher des Unternehmens.

Mitsui Sumitomo Insurance Co. hat beschlossen, eine Veranstaltung für Studenten abzusagen, die am 22. und 23. Februar in Tokyo stattfinden soll. Stattdessen wird das Unternehmen Online-Videos streamen, in denen die Inhalte von Jobs in der Firma vorgestellt werden. Der Versicherer plant auch, eine ursprünglich für März geplante Unternehmensinformationssitzung durch Online-Streaming zu ersetzen, muss jedoch noch entscheiden, was mit Vorstellungsgesprächen mit Studenten geschehen soll.

Auch Banken reagieren auf die Angst vor dem Coronavirus

Die MUFG Bank Ltd. kündigte an, dass die nächsten Unternehmensinformationsveranstaltungen nicht stattfinden werden. Stattdessen wird man auf Video-Chats umsteigen. Sumitomo Mitsui Banking Corp. prüft die Absage einer Informationsveranstaltung.

Selbst große Firmen in der Informationstechnologie sind dem COVID-19-Ausbruch ausgeliefert. SoftBank Corp. hat angekündigt, alle Veranstaltungen ab März abzusagen und hat auf das Streaming von Videos umgestellt, in denen Bewerbern die Firma erklärt wird.

Auch Rakuten Inc. sagte die Veranstaltungen ab, die für den 25. Februar und später geplant sind und wird im März Videos streamen.

Bedenken hinsichtlich der Online-Bewerbungsverfahren

Viele Universitäten und Studenten äußern Bedenken hinsichtlich der Absage von berufsbezogenen Veranstaltungen. Masayuki Kamiyama, ein leitender Mitarbeiter des Karrierezentrums der Rikkyo-Universität, sagte: „Es ist bedauerlich, wenn wir an Studenten denken, die auf Arbeitssuche sind und glauben, dass dies das einzige Jahr ist, in dem sie auf Arbeitssuche gehen können.“

Mitsunori Morita, ein leitender Mitarbeiter des Karrierezentrums der Tokyo Woman’s Christian University, erklärte: „Angesichts der Ausbreitung von Infektionen ist dies unvermeidlich. Wir möchten die Studenten über andere Möglichkeiten wie Briefing-Sitzungen auf dem Campus informieren.“

Eine 22-jährige Studentin im dritten Jahr an der Waseda-Universität, die sich bei einer Werbeagentur bewerben möchte, erklärte: „Es ist schade, dass wir weniger Möglichkeiten haben, Fragen an Personalvermittler zu stellen, wenn Unternehmen Informationssitzungen nacheinander absagen.“

Bewerbungsgespräche nur online

Mercari Inc., der Betreiber einer großen Flohmarkt-App, hat seine Vorstellungsgespräche seit Februar im Wesentlichen online abgehalten und wird in Erwägung ziehen, die Praxis im März und darüber hinaus fortzusetzen, je nachdem, wie sich die Coronavirus-Krise in Japan entwickelt.

Basic Inc., ein in Tokyo ansässiges IT-Unternehmen, hat beschlossen, Online-Interviews mit Studenten unabhängig von ihrem Wohnort durchzuführen, obwohl sie bisher hauptsächlich zur Befragung von Studenten aus lokalen Regionen verwendet wurden.

Das in Tokyo ansässige Web-Service-Unternehmen Stadium bietet für einen begrenzten Zeitraum ein kostenloses Online-Bewerbungsgesprächssystem an. Das Unternehmen wurde mit Anfragen überflutet und erhielt täglich mehr als 10 Anfragen von Unternehmen aus vielen Branchen, die das System nutzen möchten.

Während das Unternehmen ursprünglich ein Einzelinterview-System bereitstellte, fügte es ab dem 20. Februar ein Gruppeninterview-System hinzu. „Online-Interviews ermöglichen es den Schülern, Zeit und Kosten zu sparen und Masken zu tragen“, sagte der Geschäftsführer Ryuichiro Maezawa.

MA

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