Anzeige
HomeNachrichten aus JapanImmer mehr japanische Schulen bieten geschlechtsneutrale Uniformen an

Freie Wahl für Schülerinnen und Schüler

Immer mehr japanische Schulen bieten geschlechtsneutrale Uniformen an

Um das Thema Schulkleidung gibt es in Japan viele Diskussionen. Nun sorgte wieder ein Fall für Aufsehen, bei dem eine Schülerin eine Hose statt eines Rockes trug und dies von der Schule nicht toleriert wurde.

Anzeige

Die Schülerin einer Junior-High School hatte die Hose in einem Geschäft für Schuluniformen gekauft und dann in der Schule getragen, was ihr einen Anruf der Klassenlehrerin einbrachte.

Hosen nur für Schülerinnen mit LGBT-Identität

Die Lehrerin gab an, dass nur LGBT-Personen oder Kinder, die eine besondere Betreuung benötigen, eine Hose tragen dürfen. Ansonsten sehe die Schulordnung für Mädchen Röcke als Teil der Schuluniform vor. Das war dem Geschäft, in dem die Hose verkauft wurde, nicht bewusst.

LESEN SIE AUCH:  Immer mehr Schulen in Japan erlauben geschlechtsneutrale Schuluniformen

Die Eltern des Mädchens legten Beschwerde ein, da die Frage nach der Sexualität einen zu starken Eingriff in die Privatsphäre des Kindes bedeute. Das Mädchen betonte zudem, dass sie nicht verstehe, warum Schülerinnen keine Hosen tragen dürfen, wenn Lehrerinnen es dürfen.

Schule ändert die Regeln für Uniformen

Der ganze Prozess führte an dieser Schule nun zu einer Regeländerung, sodass die Schülerinnen und Schüler wählen können, ob sie einen Rock oder eine Hose zur Schuluniform tragen wollen. Auch der Direktor bezeichnete diese Reform als wichtig.

Anzeige

Die Tendenz geht nach vielen ähnlichen Fällen, die für Aufregung sorgten, nun immer mehr dahin, dass die Schulen geschlechtsneutrale Uniformen anbieten und das Tragen von Röcken keine Pflicht mehr ist.

Sexualität der Schülerinnen und Schüler sollte kein Thema sein

Immer wieder wurde dabei auch die sexuelle Identität ein Problem, da es an einigen Schulen nur bestimmten Kindern erlaubt war, Hosen zu tragen. Das sollte aus Rücksicht auf lesbische, schwule, bisexuelle und transsexuelle Personen geschehen, zwang diese aber eher zu einem Outing.

Daher sollen nun alle Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit bekommen, die Uniform zu wählen, die sie tragen möchten, ohne darüber nachdenken zu müssen, ob sie damit ihre Geschlechtsidentität offenbaren.

Ein weiterer Vorteil liegt in der Funktionalität von Hosen bei Schuluniformen. So wurden sie etwa im Jahr 1997 in Hokkaido auch für Mädchen eingeführt, um diese bei Schneefall zu schützen.

Seit 2015 immer mehr geschlechtsneutrale Uniformen

Die Tendenz zu mehr geschlechtsneutralen Uniformen besteht seit 2015, als das Bildungsministerium landesweit die Schulaufsichtsbehörden angewiesen hat, sich mehr Gedanken über Maßnahmen zur Unterstützung von Schülern mit Geschlechtsidentitätsstörungen zu machen.

Im letzten Jahr kamen 300 Schulen dazu, die Hosen als Möglichkeit auch für Schülerinnen anboten, in diesem Jahr sind es bereits 800.

Auch die Form der Uniformen wandelt sich. Früher war vor allem matrosenähnliche Schulkleidung sehr beliebt, die aber besonders unterschiedlich nach Geschlechtern ausfallen. Daher geht nun die Tendenz zu Blazern, Röcken und Hosen, die nach Belieben mit Schleifen oder Krawatten versehen werden können.

Anzeige
Anzeige