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Immer mehr Kunden in Japan lassen ihre Wut an Verkäufern aus

Beleidigungen und Drohungen werden immer mehr

In Japan ist der Kunde König, doch mittlerweile spielen sich viele Japaner auch wie ein König auf und terrorisieren Mitarbeiter der Dienstleistungs- und Einzelhandelsbranche.

Viele Angestellte dieser Branche sehen sich Kunden gegenüber gezwungen das „kasu-hara“ zu ertragen, sagt der Verband der Textil-, Chemie-, Lebensmittel-, Handels-, Dienstleistungs- und allgemeinen Gewerkschaften (UA ​​Zensen). Kasu-hara ist die Bezeichnung für Belästigung durch Kunden.

Dienstleister sehen sich Beleidigungen, Drohungen und ungerechtfertigte Beschwerden ausgesetzt

Dabei gehen die Kunden soweit und belassen es nicht bei einfachen Beschwerden, mittlerweile gehören Wutausbrüche und Beleidigungen von unzufriedenen Kunden zur Normalität.

In einem Fall berichtet eine Frau, die in einer Schnellrestaurant-Kette arbeitet, von Belästigung die sie von Stammkunden erfahren muss.

Darunter ein Mann, der jedes Mal im Befehlston seine Bestellung ausgibt und dabei sehr schnell spricht. Bekommt sie nicht alles mit und muss nachfragen, schreit er sie an und stellt sie als dummen Menschen hin.

Dabei geht er soweit, dass er versucht, die Frau in eine Ecke zu drängen und ihr zu nahezukommen.

Doch die Frau steht nicht alleine da. Eine Umfrage von UA ​​Zensen ergab, dass rund 70 Prozent von 80.000 befragten Arbeitern, einmal oder mehrfach von Kunden belästigt wurden.

Mehr zum Thema:  Japans Einzelhandel stellt sich auf alternde Kundenbasis ein

Kunde hielt Angestellten fünf Stunden fest

Ein Mitarbeiter eines Einzelhandelsunternehmen erzählte, dass er von einem Kunden 15 Minuten angeschrien und beleidigt wurde, weil er einen Tippfehler an der Registrierkasse gemacht hatte.

Ein anderer Angestellter wurde sogar fünf Stunden von einem Kunden festgehalten, als dieser sich telefonisch über die fehlende Soße in seinem gekauften Bento beschwerte. Aus Höflichkeit ging der Angestellte zu der Wohnung des Kunden, um sich zu entschuldigen und wurde dort festgehalten.

Ein Taxifahrer erzählte, dass er mit einem Gast an einem Bahnübergang hielt, da ein Zug angefahren kam. Der Gast wurde daraufhin fuchsteufelswild und beleidigte ihn als Idiot.

Die von UA Zensen durchgeführte Umfrage ergab, dass die Belästigungen durch Kunden in den letzten Jahren zugenommen haben. Besonders Mitarbeiter im Einzelhandel und in der Gastronomie leiden darunter.

Kein rechtlicher Schutz für Mitarbeiter

Nachdem UA Zensen die Umfrage veröffentlicht hat, forderte der Verband die japanische Regierung im vergangenen Sommer auf, Gesetze einzuführen, die Unternehmen dazu verpflichtet, Maßnahmen zu ergreifen, die Arbeitnehmer schützen.

Zwar wurde der Vorschlag erörtert, doch Industrievertreter lehnten es ab, Maßnahmen gegen Belästigung durch Kunden einzuführen.

Somit bleibt abzuwarten, wie Angestellte sich vor „Kunde König“ in Japan schützen kann.

Quelle: Kyodo, MA, AS

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1 Kommentar

  1. Kommt auch auf das Unternehmen an. Meine Freundin hat in einem Konbini gearbeitet. Dort ist etwas ähnliches passiert. Der Kunde hat das Geld auf den Tresen geworfen, dabei ist etwas Geld runter gerollt. Auf Nachfrage wo das Geld hin ist hat er sie angeschrien und wurde sehr aggressiv.
    Nachdem der Kunde weg war hat sie mit dem Manager des Konbinis gesprochen. Der Kunde würde beim nächsten Mal, wenn er kommt, ein Hausverbot erhalten.
    Alternativ soll sie die Polizei bei derart aggressiven Kunden rufen.

    Hoffe das solch ein Verhalten generell nicht weiter toleriert wird. Kunde hin oder her.

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