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Chancen und Probleme für den Markt

Immer mehr Menschen kaufen Lebensmittel in Japan online

In Japan ist es eigentlich nicht so weitverbreitet, dass man Lebensmittel online kauft, doch durch die Pandemie ändert sich das Verhalten der Kunden langsam.

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Internetverkäufe machen mittlerweile fünf Prozent des Umsatzes im Lebensmittelhandel. Auch wenn es sich bei der Zahl um eine Schätzung der Onlinehändler handelt, ist es ein deutlicher Anstieg von den 2,5 Prozent vor der Pandemie.

Lebensmittel online kaufen war bisher verpönt

In Japan war die Ablehnung gegenüber Lebensmittel online einzukaufen sehr groß, da die Menschen sehr auf frische und perfekte Lebensmittel achten, das macht den Anstieg umso bemerkenswerter.

Obwohl der Anteil von fünf Prozent immer noch sehr wenig ist, gerade gegenüber China, wo 15 Prozent vor der Pandemie bereits online ihre Lebensmittel eingekauft haben, stellt der Anstieg die Gewohnheit infrage, dass japanische Käufer immer täglich einkaufen und die Ware vorher prüfen.

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Ein weiterer Grund für den Anstieg der Onlinekäufe ist, dass in immer mehr japanischen Haushalten zwei Personen arbeiten und man nicht mehr so viel Zeit in Lebensmitteleinkäufe investieren möchte.

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Japan hat einen großen Lebensmittelmarkt, der auf 50 Billionen Yen jährlich geschätzt wird, allein der Markt für Milch- und Sojalebensmittel soll bis 2023 deutlich ansteigen. Pro Kopf geben nur Länder wie die China, die USA und Indien mehr Geld für Lebensmittel aus, daher beobachten Händler diese Änderung auch sehr genau.

Das ganze läuft allerdings nicht ganz reibungslos ab. In Japan wird Service großgeschrieben, doch viele Lebensmittelhändler haben Probleme die Nachfrage zu befriedigen und immer mehr Käufer berichten von Problemen.

Moderne Technik soll die Probleme bekämpfen

Aeon beauftragte den britischen Online-Lebensmittelpionier Ocado im November mit dem Bau hochmoderner Roboterlager, um Rivalen wie Amazon, Ito-Yokado von Seven & I Holdings und Rakuten Inc. etwas entgegensetzen zu können.

Das Lager wird allerdings erst 2023 in Betrieb gehen, in der Zwischenzeit stelle Aeon mehr Mitarbeiter ein, die die Bestellungen bearbeiten, aber es ist schwierig mehr Zusteller zu finden.

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Trotz dieser Einschränkungen erwartet Aeon ein Umsatzwachstum von 50 Prozent und einen Umsatzanteil von rund 10 Prozent bis zum Ende des nächsten Februar.

Dabei scheint es sich allerdings nicht um einen Trend zu handeln, der wieder abflauen wird. Analysten sind sich einig, dass immer mehr Menschen ihre Lebensmittel in Japan online kaufen werden und auch dabei bleiben.

Kleinere Lebensmittelhändler geraten unter noch mehr Druck

Diese Entwicklung bringt allerdings kleine Supermärkte und „Tante-Emma-Läden“ in Schwierigkeiten. Zusätzlich zu den Problemen, die sie haben, bei den Preisen, der großen Player auf den Markt, mitzuhalten.

Doch auch hier findet ein Umdenken statt, denn anstelle zu resignieren, konzentrieren sich kleinere Geschäfte stärker auf die Menschen, die weiterhin ihre Lebensmittel lieber im Laden kaufen, anstelle online zu gehen und ein paar Tage auf die Lieferung zu warten.

Ganz verschwinden wird diese Käufergruppe nicht.

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