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Auch vor Kindern wird kein Halt gemacht

Immer mehr Menschen werden von der „Maskenpolizei“ belästigt

Durch die Angst vor dem Coronavirus hat sich in Japan eine Art „Maskenpolizei“ gebildet. Dabei handelt es sich um Menschen, die ihre Mitbürger teils aggressiv darauf hinweisen, dass sie eine Maske tragen sollen.

Zwar ist der Widerstand, eine Maske zu tragen, in Japan nicht so ausgeprägt wie bei uns in Deutschland, trotzdem gibt es natürlich auch dort Menschen, die keine Maske tragen wollen oder es nicht können.

„Selbstbeherrschungspolizei“ wurde durch die „Maskenpolizei“ abgelöst

Bereits vor einiger Zeit meldeten einige Menschen Geschäfte, die sich nicht an die Aufforderung der japanischen Regierung hielten und weiterhin geöffnet waren. Auch vor Drohungen und Vandalismus schreckten sie nicht zurück. Diese Gruppe von Menschen wurde „Selbstbeherrschungspolizei“ getauft.

Die „Maskenpolizei“ ist so etwas Ähnliches, dabei handelt es sich um Menschen, die andere Menschen, die keine Maske tragen, teils aggressiv angehen und sie auffordern einen Mundschutz anzulegen.

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Eine Mutter berichtete, dass sie mit ihrer 1-jährigen Tochter spazieren war und von einer älteren Frau angeschrien wurde, die sie aufforderte, ihrem Kind eine Maske aufzusetzen.

Mal davon abgesehen, dass es absurd ist, einem Säugling eine Maske aufzusetzen, war die Frau in einer Gegend unterwegs, wo sie ohne Probleme den Mindestabstand zu anderen Menschen einhalten konnte.

Unter dem Hashtag „仮面警察“ findet man auf Twitter viele Tweets von Menschen, die etwas Ähnliches berichten.

Auch vor Kindern wird nicht halt gemacht

Darunter auch ein Bericht von einem Lehrer, der schrieb, dass ein Kind weinend in den Unterricht gekommen ist. Auf Nachfrage sagte die Schülerin, dass sie ihre Maske vergessen hatte und ein Mann sie auf der Straße deswegen angeschrien hatte.

Durch die Richtlinien für „neuen Lebensstil“ zur Vorbeugung von Infektionen, die vom Gesundheits-, Arbeits- und Sozialministerium im Mai angekündigt und veröffentlicht wurden, werden die Menschen in Japan aufgefordert, Masken zu tragen, soziale Distanzierung einzuhalten und auf die Hygiene zu achten.

Auch wenn es viele Menschen gibt, die Vorurteile gegen das Tragen von Masken haben, besonders in Deutschland, ist es nun mal erwiesen, dass Menschen, die krank sind und eine Maske tragen, Viren weniger verteilen, als ohne eine Maske.

Allerdings sind die Befürchtungen in Japan anderer Natur. Da es in dem Land im Sommer sehr heiß wird, sind Befürchtungen laut geworden, dass man schneller einen Hitzschlag erleiden kann.

Die Japan Pediatric Association warnt ausdrücklich davor, dass Kinder unter 2 Jahren keine Maske tragen sollen, da es gefährlich werden kann.

Das Gesundheitsministerium überarbeitete am 19. Juli seine Richtlinien und legte dabei neue Regeln fest, ab wann man eine Maske tragen sollte und wann man auf sie verzichten kann.

Das Ministerium für Bildung, Kultur, Sport, Wissenschaft und Technologie hatte ebenfalls eine Überarbeitung der Regeln für Schulen vorgelegt und die Maskenpflicht in Schulen gelockert.

Angst vor dem Virus lässt manche Menschen überreagieren

Trotz der Änderungen der Richtlinien ist allerdings die Angst vieler Menschen in Japan groß, sich mit dem Virus zu infizieren und einige reagieren panisch. Das musste bereits medizinisches Personal erfahren, also die Menschen, die an vorderster Front gegen das Coronavirus kämpfen.

Eigentlich hätte man damit rechnen können, dass sich eine „Maskenpolizei“ in Japan bildet, denn durch die Ängste bilden sich schnell Vorurteile und manche Menschen greifen zu diversen Mitteln, um sich zu schützen, wie z.B. andere Menschen verbal anzugreifen, weil sie sich nicht so verhalten, wie sie es gerne hätten.

Es liegt nun an der Regierung, etwas dagegen zu tun, zum Beispiel durch bessere Aufklärung, aber das kann noch dauern.

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