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Kirche in Japan reagiert nur sehr langsam

Immer mehr Missbrauchsopfer durch die katholische Kirche gehen in Japan an die Öffentlichkeit

Im November nahm die Polizei in Japan die Ermittlungen auf, weil ein katholischer Priester eine Frau in Nagasaki sexuell belästigt haben soll. Dieser Missbrauch ist in Japan allerdings kein Einzelfall gewesen.

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Seit dem Besuch von Papst Franziskus melden sich immer mehr Opfer von Missbrauch durch die katholische Kirche in Japan zu Wort.

Opfer von Missbrauch fühlen sich alleine gelassen

Wie in vielen Teilen der Welt fühlen sich die Opfer mit ihrem Schmerz alleine gelassen und haben sich daher zusammengeschlossen, um gegen Ausgrenzung und Diskriminierung zu kämpfen.

Bisher haben sich Missbrauchsfälle eher auf westliche Länder konzentriert, in Japan sind gerade einmal 5 Prozent der Bevölkerung Katholiken. Dies erklärt, warum die katholische Kirche in Japan sehr langsam auf die Vorwürfe reagiert, bei denen nicht nur Kinder sexuell missbraucht wurden, sondern auch Erwachsene.

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Die katholische Bischofskonferenz in Japan leitete in diesem Jahr eine landesweite Untersuchung ein, um sexuellen Missbrauch von Frauen und Kindern zu untersuchen. Damit reagierte man auf die Forderung des Vatikans, die weltweiten Missbrauchsfälle zu untersuchen.

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Ein Ergebnis wurde noch nicht bekanntgegeben, es ist auch unklar, wann Ergebnisse für Japan vorliegen werden. Ähnliche Untersuchungen in den USA, Deutschland und Niederlande haben ergeben, dass es viele Missbrauchsfälle gegeben hat und die katholische Kirche dadurch ihre Glaubwürdigkeit zerstört hat.

21 Fälle von sexuellem Missbrauch von einem katholischen Priester aufgedeckt

Bei dem Fall im November meldete sich eine Frau, die wegen PTBS im Krankenhaus behandelt wurde zu Wort und beschuldigte einen Priester, sie sexuell belästigt zu haben. Die Polizei nahm direkt die Ermittlungen auf, gab allerdings aus Rücksicht des Datenschutzes keine Details bekannt.

Laut des japanischen Nachrichtennetzwerks (Broadcaster Japan News Network) sollen bei den Ermittlungen 21 Fälle ans Licht gekommen sein. Die katholische Kirche in Japan lehnt es allerdings ab, sich dazu zu äußern.

Papst Franziskus hatte im Februar ein neues Gesetz verabschiedet, das alle Missbrauchsfälle den kirchlichen Behörden gemeldet werden müssen und betonte, dass es wichtig ist, den Opfern zu helfen und sie nicht alleine zu lassen. Auf seiner Japanreise äußerte sich der Papst allerdings nicht zu den in Japan bekannt gewordenen Fällen.

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Geistliche haben es besonders einfach, ihre Opfer zu finden und sie auszunutzen, indem sie die Verwundbarkeit der Menschen ausnutzen. Da viele Fälle nicht gemeldet werden, weil die Opfer sich oft schämen oder glauben, dass ihnen sowieso nicht geholfen wird, ist es schwierig für den Vatikan etwas zu unternehmen.

Zwar ist Rom noch zögerlich, hat das Problem allerdings erkannt. Für die Opfer kann dies einen kleinen Lichtblick bedeuten.

MA

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