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Immer mehr Moscheen entstehen in Japan

Mehr als nur ein Ort zum Beten

In den letzten Jahren kamen immer mehr Studenten und Arbeitnehmer aus islamischen Nationen nach Japan, um ihren Glauben zu leben. Im Zuge dessen entstehen auch immer mehr Moscheen in dem Land.

Laut Professor Hirofumi Tanada, Professor für asiatische Sozialtheorie an der Fakultät für Humanwissenschaften der Waseda-Universität, sind mittlerweile 105 Moscheen in 36 der 47 Präfekturen Japans entstanden.

Moscheen sind viel mehr als ein Ort zum Beten

Die Moscheen sind aber viel mehr als nur ein Ort, um seinen Glauben zu leben – sie erfüllen eine Gemeinschaftsfunktion. Muslime knüpfen Kontakte und können sich dort auch weiterbilden.

Jeden Freitag kurz nach Mittag ertönt das Gebet „Allahu akbar“ (Gott ist am größten) aus dem Islamic Research Center Japan, das sich im vierten Stock eines Gebäudes am Stadtrand von Yawata in der Präfektur Kyoto im Westen Japans befindet. Im Zentrum sind zwischen 50 und 100 muslimische Anwohner versammelt.

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Das Gebäude wurde von einem Mann, der eine Handelsfirma betreibt, gekauft. Acht Jahre später richtete er dort eine Moschee ein. Er selbst kam vor mehr als dreißig Jahren aus Bangladesch nach Japan. „Das Geschäft meines Unternehmens hatte sich stabilisiert und ich beschloss einen Raum zu schaffen, der den Muslimen hier hilfreich sein könnte“, so der Mann.

Bevor diese Moschee eröffnet wurde, musste die muslimische Bevölkerung fast zwei Stunden mit dem Zug zur Kobe-Muslim-Moschee in der Stadt Kobe in der Präfektur Hyogo fahren. Das Islamic Research Center Japan plant, die Yawata-Moschee als religiöses Unternehmen zu registrieren und sie in Partnerschaft mit japanischen Universitätsmitarbeitern zu einem Zentrum für islamische Forschung zu machen.

Muslime sind aufgrund ihres Glaubens verpflichtet, fünfmal am Tag in Richtung der heiligen Stadt Mekka zu beten. Das Freitagsgebet wird als besonders wichtiger Teil der Pflichten der Gläubigen gegenüber dem Glauben angesehen.

Japans erste Moschee war die Kobe-Moslem-Moschee, die 1935 von türkischen und indischen Bewohnern des Landes errichtet wurde. Laut den Untersuchungen von Professor Tanada gab es in Japan Ende der 1980er Jahre nur drei Moscheen.

In der zweiten Hälfte des Jahrzehnts kamen jedoch viele Menschen als Arbeiter aus mehrheitlich islamischen Ländern, darunter der Iran, Pakistan und Bangladesch.

Viele arbeiteten während des von der Regierung gestützten Konjunkturbooms im Baugewerbe und in anderen Branchen. Später kam es zu einem Zustrom von Auszubildenden und anderen Arbeitern aus Indonesien und in den 1990er und 2000er Jahren stieg die Anzahl der Moscheen gleichzeitig an.

In dieser Zeit nahm die Zahl der Auszubildenden und Studenten aus mehrheitlich muslimischen Regionen in Japan zu, ebenso wie die Zahl der muslimischen Einwohner.

200.000 Muslime leben mittlerweile in Japan

2014 gab es noch 80 Moscheen, bis Ende 2018 ist die Anzahl auf 105 gestiegen. Professor Tanada schätzt, dass in Japan etwa 200.000 Muslime leben. Unter ihnen sollen rund 43.000 japanische Staatsangehörige sein, einschließlich derer, die für die Heirat mit einem muslimischen Partner konvertiert sind.

In Japans größter Moschee „Tokyo Camii“ im Shibuya-Viertel der Hauptstadt treffen 700 bis 800 Menschen zum Freitagsgebet ein. Die Gläubigen kommen aus Ländern wie Südostasien, der arabischen Welt und afrikanischen Nationen.

Vorurteile aus der Nachbarschaft

Allerdings gibt es auch Probleme, denn mit der größer werdenden Anzahl an Moscheen treten auch Streitigkeiten häufiger auf.

Die Kanazawa Masjid, eine Moschee in Kanazawa in der Präfektur Ishikawa, die in erster Linie von Auslandsstudenten der Kanazawa-Universität errichtet wurde, stieß auf Widerstand eines Nachbarschaftsverbandes, als 2012 die Einrichtung der Moschee angekündigt wurde.

Eines der Hauptargumente der Gegner ist die Sorge um Immobilienwerte. Oft wird befürchtet, dass diese durch eine Moschee fallen werden. Aber es gibt auch Vorurteile gegenüber dem Islam, geschürt durch Vorfälle, die im Ausland passiert sind.

Einige Gemeinden bringen sich daher aktiv in die Nachbarschaft ein, bieten zum Beispiel älteren Menschen Hilfe oder säubern die Umgebung, um die Vorurteile zu zerstreuen.

MA, TJT

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