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HomeNachrichten aus JapanImmer mehr Projekte gehen gegen Menstruation-Shaming in Japan vor

Niemand soll sich für seine Menstruation schämen

Immer mehr Projekte gehen gegen Menstruation-Shaming in Japan vor

Obwohl es die Menschen schon seit Tausenden von Jahren gibt, gibt es Thema, über das viele nur mit vorgehaltener Hand sprechen. Die Menstruation der Frau ist für viele immer noch ein Tabuthema und einige Frauen erfahren deswegen sogar in einigen Länder Diskriminierungen. In Japan versuchen nun jedoch einige etwas gegen Menstruation-Shaming zu tun, indem sie öffentliche Diskussionen veranstalten.

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Unicharm Corp. rief kürzlich ein Projekt ins Leben, um Vorurteile abzubauen. Es handelt sich dabei um einen japanischen Hersteller von Hygieneprodukten. Sie setzen dabei direkt auf die Social-Media-Influencer. Bei einer ersten Diskussion am 6. Juni trafen sich mehrere Frauen in einem gemeinsamen Büro in Minato, Tokyo. Es ging dabei um die Verpackung von Hygieneartikeln für Frauen, den Ausbau von mehr Optionen für Frauen und das Tabuthema selbst.

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Unicharm will so die Vorstellung der Öffentlichkeit beseitigen, dass Frauen sich Menstruation schämen und sie verstecken sollen. Mithilfe der Influencer wollen sie das Bild in Japan ändern und als Aufklärung genaues Wissen über den Körper von Frauen vermitteln. Unter dem Hashtag #NoBagForMe macht das Projekt bereist auf ein Problem aufmerksam.

Der Slogan des Projekts bezieht sich auf die Praxis in Geschäften, Frauen extra für ihre Damenhygieneprodukte undurchsichtige Tüten zu geben, damit niemand den Einkauf sieht. Die Scham um die Menstruation und den einhergehenden Stress will das Unternehmen mit dem Motto bekämpfen. Ebenfalls wollen sie erreichen, dass Frauen nicht mehr verbergen müssen, dass es ihnen schlecht geht und sie leiden.

Weibliche Pflegeprodukte ohne Schämen

Neben der Aufklärungskampagne mit den Influencern will Unicharm dazu neue Verpackungen für ihre Produkte designen. Sie sollen so aussehen, dass sich niemand dafür schämt, sie ohne Tüte zu transportieren. Frauen sollen so die Wahl haben, ob sie ihren Einkauf zeigen und nicht grundsätzlich gezwungen sein ihn zu verstecken. Das ist zumindest der Plan der PR-Abteilung von Unicharm. Frauen sollen die Möglichkeit zur freien Wahl haben.

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Projektmitglied und Unternehmerin Gomi Hayakawa leistete ebenfalls schon einen Beitrag. Die 23-Jährige eröffnete im Juni Geschäfte mit besonderen weiblichen Pflegeprodukten in Tokyo und Osaka. Sie denkt sogar noch weiter und will Produkte mit verschiedenen Designs anbieten, die ebenfalls Menschen mit Gender Dysphorie kaufen können. Gleichermaßen soll das Angebot für Menschen sein, die mit dem Konzept nicht einverstanden sind, dass für die Frau alles niedlich sein muss. Mehr Optionen bedeuten für sich mehr Initiative für die Frauen, die offener darüber sprechen können.

Gesellschaft muss sich endlich anpassen

Doch nicht nur Frauen versuchen die Vorurteile zu beseitigen. Der 32-jährige Regisseur Kiho Park plant aktuell, einen Film über die Erfahrung verschiedener Menschen mit dem Thema zu drehen. Unter anderem interviewte Park eine Angestellte, eine Sportlerin, eine Frau in den Wechseljahren und einen Mann. Alle besitzen ihre eigene überzeugende Geschichte und wollten über das Thema sprechen.

Er will in seinen Dokumentarfilm zeigen, wie das Leben mit Menstruation aussieht. Frauen kennen sich mit dem Thema nämlich aus, Männer verstehen jedoch viele Dinge nicht. Mit den verschiedenen Geschichten hofft er, das gesellschaftliche Tabu zu brechen. Im Herbst will Park seinen Film beenden, ein Erscheinungsdatum gibt es jedoch noch nicht.

Der historische Soziologie-Experte Hikaru Tanaka begrüßt die Entwicklung. Er bezeichnet sie als dritten Menstruationsboom in Japans Geschichte. Laut ihm hat sich die Leistung von Damenhygieneprodukten vollständig entwickelt. Nun sei es an der Zeit, dass sich ebenfalls die Ansichten der Gesellschaft anpassen und die Nutzung der Produkte. Immerhin ist seit der ersten Phase in der Meiji-Ära von 1868 bis 1912 nun schon genug Zeit vergangen.

Quelle: MS

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