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Immer mehr unbesetzte Bahnhöfe in Japan sorgen für Probleme bei behinderten Menschen

In Japan sind mittlerweile die Hälfte aller Bahnhöfe unbesetzt, was bei Menschen mit einer Behinderung zu Problemen geführt hat.

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Laut dem Verkehrsministerium hat die Zahl der Beschwerden mittlerweile deutlich zugenommen und das Ministerium will Richtlinien für Bahnbetreiber ausarbeiten, um die Probleme anzugehen.

Zahl der Bahnhöfe ohne Personal steigt an

Seit März 2002 führt das Ministerium landesweit ein Verzeichnis über die Anzahl der Bahnhöfe der Bahnbetreiber, einschließlich der Bahnhöfe ohne Personal.

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Im Jahr 2002 gab es in Japan 9.514 Bahnhöfe, von denen 43,3 Prozent, das heißt 4.120, unbesetzt waren. Im März 2020 blieb die Gesamtzahl der Stationen mit 9.465 fast unverändert, aber die Zahl der unbemannten Stationen stieg sprunghaft auf 4.564, das heißt 48,2 Prozent der Gesamtzahl.

Ein Hauptgrund dafür ist, dass die lokalen Bahnbetreiber aufgrund der sinkenden Geburtenrate des Landes und der Abwanderung von Anwohnern in städtische Gebiete finanziell angeschlagen sind. Auch sind mehr Bahnhöfe in städtischen Gebieten zu bestimmten Tageszeiten ohne Personal in Betrieb.

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Die Zunahme der unbemannten Bahnhöfe wirft alle möglichen Fragen auf, z.B. wie man reagieren soll, wenn Fahrgäste von Bahnsteigen fallen. Die Bahnbetreiber haben in unbemannten Bahnhöfen Gegensprechanlagen installiert, damit das Personal in anderen Bahnhöfen mit den Fahrgästen kommunizieren kann, wenn Hilfe benötigt wird oder eine Notsituation eintritt.

Form von Diskriminierung

Einige Menschen mit Behinderungen betrachten den Mangel an Bahnhofspersonal als eine Form der Diskriminierung, da sie die Betreiber im Voraus darüber informieren müssen, dass sie bei der Benutzung unbemannter Bahnhöfe Hilfe benötigen.

In der Präfektur Oita reichten Rollstuhlfahrer im September eine Klage gegen die Kyushu Railway Co. ein, in der sie eine Entschädigung für die Einschränkung der in der Verfassung garantierten Bewegungsfreiheit aufgrund des Personalmangels an einigen Bahnhöfen fordern.

In städtischen Gebieten werden die Bahnhöfe im Rahmen von Rationalisierungsmaßnahmen der Betreiber zunehmend nur tagsüber mit Personal besetzt.

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Einige Menschen mit Behinderungen, die Hilfe benötigen, beklagten sich darüber, dass ihnen mitgeteilt wird, dass sie an solchen Bahnhöfen nur von 7.30 Uhr bis 19.00 Uhr Hilfe suchen können, wenn ein Mitarbeiter arbeitet.

Vor diesem Hintergrund wurde das revidierte Gesetz über die Barrierefreiheit im Frühjahr mit einer ergänzenden Entschließung verabschiedet, in der die Zentralregierung nachdrücklich aufgefordert wird, Richtlinien für Maßnahmen auszuarbeiten, die Bahnbetreiber ergreifen sollten, um Menschen mit Behinderungen auf unbemannten Bahnhöfen zu unterstützen.

Das Verkehrsministerium stellte daraufhin die Daten über die Anzahl der unbesetzten Bahnhöfe zusammen. Es plant, die Richtlinien für Bahnbetreiber bis zum nächsten Sommer zu erstellen.

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