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Immer mehr Wildtiere werden in Tokyo zum Problem

Ob Wildschwein oder Ratte, in Tokyo leben momentan viele Wildtiere

Es ist schwer, Tokyo mit etwas anderem als Menschen, Gebäuden und Autos zu assoziieren, aber ein genauerer Blick auf die Stadt und ihre Umgebung zeigt etwas anderes.

Von 2014 bis 2016 wurden in vielen der 23 Bezirke der Stadt Larvenroller gesichtet. Die öffentlichen Gesundheitszentren forderten die Hausbesitzer auf, undichte Dächer zu reparieren und die Wände auf Risse zu prüfen, da die Säugetiere damit Zugang zu den Häusern erhalten könnten.

Fledermäuse tauchen in wärmeren Monaten nach der Dämmerung routinemäßig in Parks auf – tagsüber können sie in Brückentunneln und unter der Traufe alter Gebäude gesichtet werden. Waschbären können oft in Gebieten außerhalb der 23 Bezirke gesehen werden, besonders in Wohngebieten in der Nähe des Mount Takao.

Wildschweine tauchen in Tokyo auf

Im Dezember 2019 tauchte eine weitere Säugetierart auf: das Wildschwein. In Kunitachi und entlang des Arakawa-Flusses im Adachi-Bezirk wurden Wildschweine gesichtet, was die Bewohner alarmierte. Polizeibeamte wurden mobilisiert und Jagdgemeinschaften wurden in Bereitschaft gesetzt.

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Auf sozialen Medien als „Stadtschweine“ bezeichnet, könnten die Schweine in den nächsten Jahren zu vertrauten Sehenswürdigkeiten in Tokyo werden. Bis zum 19. Dezember wurden laut Asahi Shimbun 27 Wildschwein-Sichtungen in Tokyo registriert, ein deutlicher Anstieg gegenüber nur fünf im Vorjahr. Diese Zahl mag sich hoch anhören, aber man denke an Kobe, das von den Social-Media-Nutzern seit kurzem als „Stadt der Wildschweine“ bezeichnet wird. In den Jahren 2018 und 2019 wurden dort fast 500 Sichtungen verzeichnet.

Ebersichtungen mögen ein passender Abschluss des Jahres des Ebers gewesen sein, aber ernüchternder ist die Tatsache, dass 2019 landesweit zwei Menschen bei Eberangriffen getötet und weitere 32 verletzt wurden.

Klimawandel treibt Eber in die Städte

Schätzungsweise 880.000 Eber leben in Japan und viele von ihnen könnten als Folge der Klimakrise und des Bevölkerungsrückgangs in die Städte ziehen. Analysten sagen, dass die steigenden Temperaturen und eine erhöhte Anzahl von Taifunen die Lebensräume der Wildschweine verwüsten und sie dazu veranlassen, Nahrung in Wohngebieten zu suchen, die typischerweise einen Überfluss an Lebensmittelabfällen haben, die in Mülltonnen liegen.

Verlassene Bauernhöfe und Getreidefelder sind auch die bevorzugten Futterplätze der Wildschweine und da weniger Einheimische ihre Bewegungen verfolgen können, fressen sich die Wildschweine so ziemlich aus den Vororten in dichter besiedelte Gebiete.

Nebenbei bemerkt scheint ihre reichliche Ernährung zum durchschnittlichen Gewicht der Eber beizutragen. Nach Angaben der Asahi Shimbun wiegt ein Stadtschwein typischerweise dreimal mehr als seine Vorfahren vor 50 Jahren.

Zum Jahr der Ratte werden auch diese zum Problem

Trotz ihrer Größe sind Wildschweine leichter zu behandeln als Ratten, das Tierkreiszeichen von 2020. Im Sommer 2019 gab es auf Twitter zahlreiche Berichte über Rattensichtungen in Shibuya und ein Family Mart Convenience Store musste schließen, nachdem Kunden Videos von herumhuschenden Ratten auf dem Gelände gepostet hatten. „Das gerät außer Kontrolle“, schrieb ein Twitter-Nutzer. „Shibuya ist ein unheimlicher Ort.“

Tatsächlich wurden seit 2015, als große Sanierungsprojekte in und um die Station Shibuya gestartet wurden, unzählige Beschwerden über Ratten im touristischen Hotspot eingereicht. Durch den Abriss alter Gebäude und Bürgersteige waren viele Ratten gezwungen, umzuziehen – oft an Orte, die bereits von anderen Ratten überfüllt waren.

Da sie nirgendwohin konnten, tauchten sie auf den Bürgersteigen auf. Sie scheinen auch keine Rücksicht auf geliebte Wahrzeichen zu nehmen, denn es gab beunruhigende Berichte über Ratten, die sich an den Füßen der Menschen sträubten, während sie auf Freunde an der Hachiko-Statue warteten.

Ratten in Tokyo werden wegen Olympia obdachlos

Während sich Tokyo für weitere Bau- und Sanierungsarbeiten in Vorbereitung auf die Olympischen Sommerspiele rüstet, werden viele Ratten obdachlos werden. Ein besonders problematisches Gebiet ist Ginza, in der Nähe des Tsukiji-Fischmarktes, der im Oktober 2018 abgebaut wurde.

Einige Medien berichteten, dass nach den Bauarbeiten bis zu 10.000 Nagetiere umziehen würden und es gab 2019 zahlreiche Sichtungen in Ginza, das eine Vielzahl von Kellerrestaurants und Bars hat. Die unterirdischen Esslokale sind ein natürlicher Lebensraum für Ratten.

Interessanterweise ist Tokyo keineswegs das rattenreichste Gebiet Japans – auf einer Liste der PR Times rangiert es an vierter Stelle. Die Yamanashi-Präfektur hat das größte Rattenproblem, während die Aomori-Präfektur die sauberste Gesundheitsbescheinigung hat. Die niedrigen Temperaturen der nördlichen Präfektur, der Wind und das kabbelige Wasser des Japanischen Meeres halten die Nagetiere offenbar fern.

jt

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