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Online-Touren und Ausweiskontrolle sollen helfen

Immobilienunternehmen in Japan kämpfen gegen Übergriffe auf ihre Mitarbeiterinnen

Immobilienunternehmen haben den Kampf gegen Übergriffe gegen ihre Mitarbeiterinnen aufgenommen, da es in der letzten Zeit zu mehreren Berichten gekommen ist, dass Kunden übergriffig geworden sind.

Am 25. April schockierte der Fall einer 23-jährigen Immobilienmaklerin Japan, die von einem Kunden fast umgebracht wurde.

Kunde stach die Immobilienmaklerin nieder

Sie schaute sich mit einem Kunden Wohnungen an und wurde in der zweiten Wohnung von ihm mit einem Messer angegriffen. Der Mann raubte ihre dann ihre Brieftasche und ihr Auto.

Nach Angaben der Präfekturpolizei Kanagawa erklärte der festgenommene Verdächtige: „Ich tat es, um Geld zu stehlen. Ich hatte nicht die Absicht, Eigentum zu mieten“. Er sagte, er habe zwar bei der ersten Wohnung gezögert, aber auf die richtige Gelegenheit gewartet und das Verbrechen bei der zweiten Wohnung begangen.

Mehr zum Thema:  Immer mehr Immobilienagenturen betreuen ausländische Kunden

Nach dem Vorfall verschickte der nationale Verband von Immobilienunternehmen, der aus rund 6.100 Unternehmen besteht, eine E-Mail-Nachricht an seine Mitglieder, in dem er seine Mitgliedsunternehmen bat, die Firmenregeln für die Führung von Kunden auf Grundstücke zu überprüfen.

Verband der Immobilienunternehmen rät zu Schutzmaßnahmen

Der Verband nannte auch konkrete Beispiele für Sicherheitsmaßnahmen, wie z.B. die Überprüfung von Personen, die sich auf dem Grundstück umsehen wollen, durch Vorlage eines Ausweises, die Vermeidung, dass weibliche Angestellte Kunden selbst herumführen, die Haustür offenzulassen, wenn Kunden im Inneren von Wohnungen herumgeführt werden und das sich Angestellte häufig beim Unternehmen melden sollten.

In den Jahren 2015 und 2018 gab es Fälle von sexueller Belästigung gegen Mitarbeiter von N-Asset, darunter einen Vorfall, bei dem ein männlicher Kunde den Körper eines weiblichen Mitarbeiters berührte, als sie ihn durch ein Grundstück führte. Nach diesen Vorfällen schuf das Unternehmen Regeln, wie z.B. das Mitführen von Sicherheitssummern durch das Personal und das Offenlassen von Eigentumstüren, wenn sich etwas verdächtig anfühlt.

Es ist jedoch nicht so leicht, Menschen anzusehen, ob sie andere Absichten als die Besichtigung einer Wohnung haben und die Akzeptanz der Kunden, sich ausweisen zu müssen, ist nicht sehr groß, zudem ist es auch nicht leicht zu erkennen, ob ein Ausweis echt ist.

Online-Besichtigungen könnten helfen

Immer mehr Immobilienagenturen integrierten Systeme mit Virtual-Reality- und Live-Streaming-Technologie, die es den Kunden ermöglichen, Immobilien online zu besichtigen, sowie Wohnungsbesichtigungen, bei denen keine Makler anwesend sind.

Die Verkürzung der Zeit, in der sich die Mitarbeiter mit den Kunden treffen, kann das Risiko von Übergriffen und Belästigungen verringern und der Verband der Immobilienagenturen drängt die Unternehmen ebenfalls dazu, von solchen Instrumenten Gebrauch zu machen.

Tryell, ein in Tokyo ansässiges Unternehmen hat 2014 ein Online-Home-Tour-System eingeführt, bei dem Kunden das Innere von Immobilien in Echtzeit im Internet besichtigen können.

Nach Eingang der Reservierungen besichtigen die Mitarbeiter die Objekte und zeigen sie in einer Live-Übertragung. Aufgrund der Auswirkungen der Pandemie stieg die Zahl der Benutzer von Online-Touren zwischen April und Mai dieses Jahres im Vergleich zum Vorjahr um etwa das Siebenfache.

Generell ist die Akzeptanz für Online-Besichtigungen allerdings nicht sehr groß.

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