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HomeNachrichten aus JapanIn Japan geborene Amerikanerin klagt gegen das Verbot der doppelten Staatsbürgerschaft

Wieder Klage gegen Artikel 11 des Staatsangehörigkeitsgesetzes

In Japan geborene Amerikanerin klagt gegen das Verbot der doppelten Staatsbürgerschaft

Eine in Japan geborene Amerikanerin hat bei einem japanischen Gericht eine Klage gegen das Verbot der doppelten Staatsbürgerschaft eingereicht. Die Frau argumentiert, dass das Verbot gegen die japanische Verfassung verstößt.

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Auf einer Pressekonferenz sagte die 75-jährige Frau, dass wenn sie die US-Staatsbürgerschaft bekommen wird, sie automatisch ihrer japanischen Staatsbürgerschaft beraubt werden würde.

Amerikanerin verlor die japanische Staatsbürgerschaft automatisch

Die Amerikanerin wurde in der Präfektur Kanagawa geboren und zog 1971 in die USA, um dort eine Hochschule zu besuchen. 1997 praktizierte sie in Arizona als Anwältin.

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2004 nahm sie die US-amerikanische Staatsbürgerschaft an, als sie 2017 versuchte ihren japanischen Pass zu erneuern, wurde ihr Antrag mit der Begründung abgelegt, dass sie die japanische Staatsbürgerschaft nicht besitzt. Derzeit hält sie sich mit ihrem US-Pass in Japan auf.

Laut der Frau verstößt der Artikel 11 des Staatsangehörigkeitsgesetzes, der besagt, dass japanische Bürger automatisch ihre Staatsbürgerschaft verlieren, wenn sie eine andere Staatsbürgerschaft annehmen, gegen das in der Verfassung garantierte Recht auf Glück und Gleichheit.

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„Die Staatsangehörigkeit ist ein wichtiges Menschenrecht und es ist rechtswidrig, sie jemanden ohne dessen Zustimmung automatisch zu entziehen“, so die Frau.

Das Bezirksgericht in Tokyo hatte im Januar 2021 eine ähnliche Klage von acht in Europa lebenden Männern und Frauen abgewiesen und argumentiert, dass das japanische Staatsangehörigkeitsgesetz verfassungsgemäß ist. Die Kläger haben mittlerweile Berufung eingelegt.

Forderung nach einer Änderung des Gesetzes

Viele Experten in Japan fordern mittlerweile eine Änderung des Gesetzes, da es mittlerweile üblich ist, dass Menschen mit unterschiedlichen Hintergründen die doppelte Staatsbürgerschaft besitzen.

Das japanische Staatsangehörigkeitsgesetz legt fest, dass ein Kind, das von einem japanischen Elternteil geboren wurde, legal japanisch ist. Mittlerweile gibt es in einigen Ländern ein System, in dem ein Kind, das von einem japanischen Elternteil geboren wird, die Doppelbürgerschaft dieses Landes und Japans erhält.

Das japanische Gesetz verlangt, dass jeder, der vor dem 20. Lebensjahr mit einer mehrfachen Staatsangehörigkeit geboren wurde oder diese erhalten hat, sich vor seinem 22. Geburtstag entscheiden muss, welche Staatsbürgerschaft er angehören will.

Da aber Personen, die ihre japanische Staatsbürgerschaft behalten wollen, nur verpflichtet sind, sich zu bemühen, andere Staatsbürgerschaften aufzugeben, gibt es in Japan Menschen, die weiterhin zwei oder mehr Pässe besitzen. Nach einer Schätzung des Justizministeriums aus dem Jahr 2018 besitzen etwa 925.000 Japaner die mehrfache Staatsbürgerschaft.

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