Stats

Anzeige
Home News In Japan herrscht Verwirrung über die kommende Steuererhöhung

In Japan herrscht Verwirrung über die kommende Steuererhöhung

Niedriger Steuersatz, oder nicht?

Im Oktober wird in Japan die Verbrauchssteuer von 8 auf 10 Prozent erhöht und um die Folgen für die Wirtschaft so gering wie möglich zu halten, hat sich die japanische Regierung Einiges einfallen lassen. Das sorgt allerdings zunehmend für immer mehr Verwirrung bei den Verbrauchern.

Zuerst ein Hinweis, obwohl „shōhizei“ als Verbrauchssteuer übersetzt wird, handelt es sich genau genommen um eine Umsatzsteuer.

Kommt eine neue Rezession für Japan?

Als die Verbrauchssteuer im April 2014 von 5 auf 8 Prozent angehoben wurde, litt die japanische Wirtschaft als Folge unter einer Rezession. Auch jetzt befürchten Experten, wird die Wirtschaft in Japan unter der Steuererhöhung zu leiden haben.

Ein Indikator dafür ist, wie viel Geld die Menschen noch vor der Erhöhung ausgeben. Mitte September zeigten Zahlen der Elektronikbranche, dass die Verkäufe deutlich gestiegen sind, was allerdings hauptsächlich auf die Verfügbarkeit von 4K- und 8K-Bildschirmen zurückzuführen ist. Das bedeutet, dass viele Haushalte keine neuen Fernseher gekauft haben, seit dem Start der digitalen Ausstrahlung im Jahr 2011.

Neue Regeln der Steuererhöhnung schwer zu verstehen

Das Problem, so Experten, ist die allgemeine Verwirrung. Nicht jedes Produkt wird teuer, da einige von der Steuererhöhung befreit sind oder bestimmte Warengruppen oft mit Sonderangeboten beworben werden. Diese Befreiung sorgt dafür, dass Verbraucher Probleme haben, den Umfang der Steuererhöhung einzuschätzen. Auch den japanischen Medien geht es nicht besser, ihre teilweise verzweifelt wirkenden Versuche, die Verbraucher aufzuklären, sind auch einer der Gründe für die Verwirrung.

Mehr zum Thema: 
Kann eine Steuerermäßigung Japans Tante-Emma-Läden dazu bringen, bargeldloses Zahlen anzubieten?

Der reduzierte Steuersatz könnte zu „Chaos“ führen. Die Richtlinien der japanischen Steuerbehörde für dessen Anwendung bei Lebensmitteln und Getränken ist rund 100 Seiten lang. Es wird darauf hingewiesen, dass die Reduzierung nicht für Alkohol und Sportgetränke gilt, aber auch da gibt es Ausnahmen, wie zum Beispiel bei Sake zum Kochen, der ja nicht zum Trinken gedacht ist. Mirin wiederum, ebenfalls ein Sake der nicht zum Trinken gedacht ist, wird allerdings mit 10 Prozent besteuert.

Möchten Sie ihr Essen mitnehmen oder mehr bezahlen und hier essen?

Ein weiteres Problem sind Mahlzeiten in einem Restaurant. Isst man dort, muss man die vollen 10 Prozent zahlen, nimmt man das Essen mit nach Hause, sind es nur 8 Prozent. Eigentlich einfach zu verstehen, doch nicht, wenn man Convenience-Stores bedenkt. Denn einige Stores haben für Kunden eine Ecke eingerichtet, damit sie dort ihr Essen genießen können.

Bei geliefertem Essen wird es noch komplizierter. Eigentlich wird geliefertes Essen mit 8 Prozent besteuert. Gibt es aber Service dazu, wie zum Beispiel ein Getränk eingießen, dann ist es eine „Verpflegung“ und wird mit den vollen 10 Prozent besteuert.

Dann gibt es noch das Prämienpunkte-System. In den nächsten neun Monaten können Verbraucher Punkte sammeln, um ihre Steueraufgaben zu senken, aber nur wenn sie elektronische Zahlungsmittel verwenden. Die Unternehmen müssen sich allerdings registrieren, um ihre Kunden die Teilnahme an dem System zu ermöglichen, das haben allerdings bisher nur wenige Unternehmen gemacht.

Grundpreis mit Steuer oder ohne und ohne vergünstigen Steuersatz, oder nicht?

Viele Unternehmen wollen nicht nur den Grundpreis anzeigen, aber auch hier kommt es zu Chaos. Die Preisschilder der Supermarktkette Ito-Yokado, zeigen den Grundpreis an, aber eben auch den Grundpreis mit Steuern. Es wird allerdings nicht angegeben, ob es einen ermäßigten Steuersatz gibt oder nicht. Seven-Eleven gibt die Verfügbarkeit eines ermäßigten Steuersatzes mit einem Sternchen an, allerdings müssen Kunden sich daran gewöhnen, dem Kassierer mitzuteilen, ob sie im Geschäft essen, oder nicht.

Ein weiteres Problem ist es, ob es sich um ein Convenience-Store oder ein Fast-Food-Restaurant handelt. Erstere können das bargeldlose System anwenden und die Kunden können Geld sparen, bei letzteren geht das nicht.

Das Einkaufen in Japan wird also komplizierter und für die Verbraucher verwirrender.

Quellen: Kyodo, JT, MA, TJT

Anzeige
Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren:

Rolling Sushi - der Japan-Podcast

Rolling Sushi - Japan für die Ohren

Kommentieren Sie den Artikel

Please enter your comment!
Please enter your name here