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Industrie-Skandal kratzt am „Made in Japan“-Image

„Made in Japan“ galt lange Zeit als Gütesiegel für Qualität, gute Produkte und Zuverlässigkeit. Dieses Image ist spätestens seit dem größten Skandal in der japanischen Wirtschaftsgeschichte erheblich ins Wanken geraten.

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Nachdem im Oktober bekannt wurde, dass der drittgrößte japanische Stahlkonzern Kobe Steel über zehn Jahre lang falsche Angaben zu Festigkeit und Haltbarkeit von Aluminium-, Kupfer- und Stahlprodukten machte, räumten auch Nissan, Subaru und andere japanische Unternehmen ein, wichtige Daten gefälscht zu haben.

Der Industrie-Skandal der in den letzten Monaten und Wochen immer größere Kreise zog, ist ein weiterer Schlag gegen das in der Welt verbreitete Bild, dass japanische Produkte in der Regel von hoher Qualität sind. Dieses Image hat in den letzten Jahren ohnehin gelitten, zu zahlreich die Skandale in japanischen Traditionsunternehmen. So musste beispielsweise der Autozulieferer Takata Insolvenz anmelden, weil seine Airbags teils zu heftig auslösten und damit Menschenleben einforderten. Mitsubushi Motors musste eingestehen, dass das Unternehmen über mehrere Jahre Abgaswerte falsch berechnet hatte. Auch die großen Bilanzskandale von Olympus und Toshiba hatten das Vertrauen in den Wirtschaftsstandort Japan erheblich belastet. Nun räumte das japanische Chemie-Unternehmen Toray ein, dass eines seiner Tochterfirmen jahrelang bei Inspektionsdaten für Reifenmaterialien geschummelt habe.

Japanische Unternehmen unter Druck

Laut Angaben der Nachrichtenagentur Reuters trage der wachsende weltweite Wettbewerb dazu bei, dass japanische Hersteller gezwungen seien, Kosten zu senken, um effizienter zu sein. Das habe zur Folge, dass beispielsweise Autoproduzenten ihre Zulieferer kürzer hielten und weniger Zeit in die Überprüfung der angelieferten Produkte investieren. Hinzu kommen die zunehmende Marktmacht anderer asiatischer Nachbarstaaten und die angesichts des demographischen Wandels schwächelnde Nachfrage auf dem heimischen Markt.

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Zwar versucht die japanische Regierung seit Jahren, striktere Unternehmensregelungen einzuführen, aber der gute Ruf japanischer Produkte hat nichtsdestotrotz einige tiefe Kratzer bekommen. Laut Experten kann nur mehr Transparenz und ein strikteres Kontrollsystem dazu beitragen, das angekratzte Ansehen japanischer Unternehmer wieder aufzupolieren.

Im Gespräch mit der Nachrichtenagentur Kyodo News betonte Shigeru Nakajima, ein Anwalt auf dem Gebiet Corporate Compliance, dass besonders der Umgang japanischer Unternehmen mit Kunden erheblich in Frage gestellt wird. „Die Skandale haben in jedem Fall Auswirkungen auf den Markenwert japanischer Produkte genommen und dieses Problem sollte zügig angegangen werden, sonst könnte es in Zukunft heißen, dass japanische Hersteller sich nicht für ihre Kunden interessieren.“

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