Jahrhundertealte Sänfte des dritten Tokugawa Shoguns im Hosshinji Tempel gefunden

Immer wieder kommt es in Japan vor, dass Menschen zufällig in Tempeln historische Schätze finden. Oft sind es dabei kleine Dinge, die schnell auf dem Dachboden oder im Schuppen verloren gingen. Das kürzlich gefundene Objekt im Hosshinji Tempel ist nun allerdings etwas größer. Mitglieder fanden eine Sänfte, die vermutlich ein Lord dem dritten Tokugawa-Shogun schenkte.

Die 118 Zentimeter lange, 86 Zentimeter breite und 102 Zentimeter große Sänfte befand sich in den letzten Jahren in einer Kiste. Die große Holzkiste hing seit Jahren an der Decke des Tempels, ohne dass jemand etwas von dem Inhalt wusste. Bei Renovierungsarbeiten im Dezember kam dann der erstaunliche Inhalt zum Vorschein, den Experten des Wakasa History Museum untersuchten.

Die Experten bestätigten, dass es sich um eine sogenannte Kago handelt, die von Tokugawa Iemitsu stammt. Nach den Aufzeichnungen schenkte er sie vermutlich 1632 Sakai Tadakatsu, als er Obama bereiste. Bis jetzt ist die Sänfte die zweite ihrer Art, die noch existiert. In ihr hat nur eine Person Platz und sie muss von zwei Personen getragen werden. Laut Shinichi Saito entstand sie noch während der Edo-Zeit.

Die Sänfte ist aktuell der Öffentlichkeit zugänglich

Für die Forscher ist der Fund nicht nur an sich wichtig. Sie können dank der Sänfte eine enge Verbindung zwischen Iemitsu und Tadakatsu knüpfen. Tadakatsu diente den Überlieferungen nach dem Tokugawa Shogunat als Roju Berater und Tairo Berater. Er besaß damit einen äußerst hohen Stand. Die äußere und innere Beschaffenheit einer Sänfte zeigen gut, wie hoch der Stand des Besitzers war. Saito bezeichnet die Sänfte als wichtiges Artefakt, das das Klassensystem in der frühneuzeitlichen Samurai-Gesellschaft belegt.

Die Experten konnten zusätzlich ermitteln, wie der Tempel in den Besitz der Sänfte kam. Hosshinji Anhänger kauften sie von der Obama Burg und schenkten sie 1870 dem Tempel. Die Öffentlichkeit kann sich die Sänfte selbst von Nahem im Wakasa History Museum angucken. Noch bis zum 9. September läuft die Sonderausstellung, in der das besondere Artefakt im Mittelpunkt steht.

Quelle: Asahi Shinbum

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