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Historiker sehen in Ausgrabung wichtiges Relikt

Jahrhundertealter Friedhof in der Nähe der JR Osaka Station gefunden

Zurzeit finden in Osaka Sanierungsarbeiten in der Nähe der JR-Osaka Station statt. Bei den Ausgrabungen wurde jetzt ein alter Friedhof gefunden mit zahlreichen Toten. Ein besonderer Fund, der unter Historikern für Begeisterung sorgt.

Am Donnerstag bestätigten die Schulbehörde von Osaka und die Osaka City Cultural Properties Association die Entdeckung des Friedhofs. Er wurde im südwestlichen Teil des „Umekita-Entwicklungsgebiets der zweiten Phase“ gefunden, an der Nordseite des Bahnhofs.

Friedhof aus der Edo und Meiji Zeit

Mit der Anlage, die 17 Hektar groß ist, wurden die menschlichen Überreste von mindestens 1.500 Personen gefunden. Das Gelände weist eine Nord- und Südseite mit verschiedenen Gräbern auf. Im Norden wurden etwa 600 Tote gefunden und zehn Gräber mit mehreren gestapelten Toten.

Auf der anderen Seite wurden um die 900 Menschen gefunden, wobei einige in Särgen mit anderen Körpern waren. Beamte glauben, dass eine Naturkatastrophe oder eine Pandemie für so viele Tote gesorgt hat. Ebenfalls wurden Hinweise auf Einäscherungen und ein Beinhaus gefunden, was bedeutet, dass vermutlich noch viel mehr Menschen auf dem Friedhof ihre letzte Ruhe fanden.

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Bei den Grabungen wurden einige Grabsteine gefunden, die belegen, dass die Toten in den Präfekturen Saga und Hiroshima geboren wurden. Eine genaue zeitliche Einschätzung ist nicht einfach, die Beamten gehen jedoch davon aus, dass die Gräber aus der späten Edo (1603 bis 1867) bis frühen Meiji Zeit (1868 bis 1912) stammen.

Friedhof war sehr bekannt

In dem Zeitraum war das Gelände noch ein offenes Feld und es gehörte zu dem bäuerlichen Dorf Sonezaki. Von der Metropole Osaka war noch nicht so viel zu spüren und einfache Kaufleute waren noch damit beschäftigt die Stadt aufzubauen, die heute so bekannt ist. In der Mitte Dorfes war der Friedhof mit dem Namen Umedahaka, der vermutlich der gleiche ist, der nun gefunden wurde.

Umedahaka war einer von sieben Friedhöfen des frühen Osaka, die außerhalb der Stadt lagen. Er galt allerdings als bekanntester und wurde sogar in den damaligen Medien erwähnt. So ist der Friedhof in dem Stück The Love Suicide at Sonezaki von Chikamatsu Monzaemon zu finden. In den 1990ern wurden die Grabstätten um Osaka geschlossen oder mit anderen verbunden.

Erste Ausgrabungen wurden bereits 2017 durchgeführt. Bei den Arbeiten wurden um die 200 Knochen gefunden, aber nicht der Friedhof. Die zweite und aktuelle Ausgrabung läuft bereits seit September 2019 und soll Ende August abgeschlossen sein.

Historisch wertvoll

Um genauere Daten zu dem Orten und dem Leben beerdigten Menschen zu erhalten, wollen die Behörden die Knochen wissenschaftlich analysieren lassen. Archäologieprofessor Shinichi Sagawa ist jedoch jetzt schon sicher, dass sie einen sehr wertvollen historischen Ort gefunden haben, der ihnen mehr über das damalige Stadtleben verrät. Denn schon damals schien Osaka Menschen aus ganz Japan anzuziehen.

Wie es mit den Sanierungsarbeiten nun weitergehen soll, ist noch unklar. Auf dem Gelände sollen eigentlich als Teil des Projekts ein neuer Bahnhof, Hochhäuser und andere Gebäude entstehen. Der Abschluss des Bahnhofs ist für 2023 geplant und das komplette Projekt soll 2027 fertig sein.

TAS

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