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Japan ändert für Farbenblinde Erdbeben-Gefahrenkarten

Nach der Wetterbehörde will eine Task Force weitere Karten anpassen

Bei einem Erdbeben ist es wichtig schnell zu reagieren und sich schnell zu informieren. Gefahrenkarten sollen dabei schon vorab zeigen, welche Gebiete besonders anfällig bei bestimmten Beben sind. Allerdings sind sie aufgrund ihres Farbmusters nicht unbedingt ideal für Farbenblinde. Aus diesem Grund will die japanische Regierung die Karten nun ändern.

Eine Task Force der Regierung bestätigte am Mittwoch, dass sie die Karten für Farbenblinde ändern wollen. Die Karten benutzen regulär verschiedene Farben, um die gefährdeten Gebiete zu markieren. Dunkelgrün steht für sicher und Dunkelrot für stark gefährdet. Allerdings sehen Farbenblinde überwiegend nur verschiedene Gelb- bis Grautöne.

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Eine genaue Einschätzung der Lage ist für sie deswegen weitaus schwieriger. Die neuen Karten sollen gleich neun verschiedene Farben nutzen. Diesmal steht ein Hellgrau für die sichersten Regionen und ein Rot-Violett für sehr gefährdet. Die Farbkombinationen sollen Farbenblinden eine bessere Unterscheidung ermöglichen. Grün fällt laut Masahiro Nakade von der Earthquake Research Promotion komplett raus. Er betont dabei, dass die Änderung nicht nur für Farbenblinde ist, sondern allgemein für eine bessere Lesbarkeit für alle.

Teilweise war die Farbwahl nämlich nicht einheitlich. Einige Karten zeigten unter anderem Schwarz als gefährlichsten Bereich. Andere nutzten die Farbe hingegen gar nicht und verwendeten stattdessen andere. So war für alle Menschen manchmal nicht klar, wie gefährdet ihre Region nun wirklich ist.

Am Donnerstag legte die Task Force die neuen Karten dem politischen Ausschuss vor. Wenn sie das neue Design akzeptieren, sind die Karten demnächst offiziell für die Öffentlichkeit verfügbar. Es ist übrigens nicht das erste Mal, dass es zu solchen Änderungen kommt. Die japanische Wetterbehörde änderte schon vor einer Weile ihr Farbschema für Gefahrenzonen. Grün taucht größtenteils ebenfalls nicht auf, dafür jedoch Rot-Violett.

Medien sollen die neuen Farben übernehmen

Die Anpassungen sind durchaus ziemlich wichtig für das Land. Aktuell leben um die drei Millionen Menschen mit einer Farbsehstörung in Japan und das sind nur die offiziellen Zahlen. Koichi Iga von der Color Universal Design Organization (CUDO) befürwortet deswegen die Bemühungen der Regierung. Um zu verhindern, dass Menschen die Gefahr nicht richtig erkennen können, sollen die Zuständigen die Meinung der Betroffenen laut Iga berücksichtigen.

Schon 2016 wies die CUDO nach dem schweren Beben in Kumamoto darauf hin, dass die verschiedenfarbigen Karten der Fernsehsender Probleme machten. Nicht nur, dass sie uneinheitlich waren, zusätzlich machten die Farben deutlich Probleme. Es war einigen Menschen deswegen nicht möglich, die korrekten Informationen zu erhalten.

Obwohl es seitdem eine positive Entwicklung gibt, wie die aktuelle Änderung, hofft Iga, dass vor allem Medien die Karten nutzen. Japan selbst kämpfte viele Jahre mit der Diskriminierung von Farbenblinden. Ab 1958 waren Farbsehtests an Grundschulen Pflicht. Ab 2003 waren sie verboten, weil sie Mobbing und Diskriminierung förderten. Allerdings war die Japan Ophthalmological Society für eine Wiedereinführung, um Betroffenen möglichst früh zu helfen. Aus diesem Grund gibt es sie seit 2016 wieder, jedoch nur mit dem Einverständnis der Eltern und es ist ein Test im privaten Umfeld.

Quelle: Kyodo

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