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Japan bereitet Hinrichtungen von Aum-Sektenmitgliedern vor

23 Jahre ist es nun her, dass die Endzeitsekte Aum Shinrikyo von Gründer Shoko Asahara einen Giftgas-Anschlag auf die U-Bahn in Tokyo verübte. Nun gibt es die ersten Anzeichen dafür, dass Japan die ersten Hinrichtungen von einzelnen Sektenmitgliedern vorbereitet.

Das Justizministerium in Tokyo hat am 14. März damit begonnen, sieben der insgesamt 13 zum Tode verurteilten Sektenmitglieder aus ihrer Haftanstalt in andere Gefängnisse zu verlegen. Laut Medienberichten der Nachrichtenagentur Kyodo News sei dies ein Anzeichen dafür, dass die Exekution der Todeskandidaten unmittelbar bevorstehen könnte.

Bei dem verheerenden Giftgas-Anschlag am 20. März 1995 hatten Mitglieder der Sekte in mehreren U-Bahnen Plastiktüten mit Sarin verteilt und diese dann mit Regenschirmen aufgestochen, was das tödliche Nervengas freisetzte. 13 Menschen kamen ums Leben, Tausende wurden teils schwer verletzt und kämpfen bis heute mit den gesundheitlichen Folgen des Anschlags. Auch ein Jahr zuvor, am 27. Juni 1994, verübte Aum einen Giftgas-Anschlag in Matsumoto, bei dem 7 Menschen starben, 144 wurden verletzt.

Sektenführer Shoko Asahara und weitere führende Mitglieder der Aum-Sekte wurden 2004 nach einem aufsehenerregenden Prozess zum Tod durch den Strang verurteilt, 6 weitere Mitglieder müssen lebenslang hinter Gittern bleiben. Die Aum-Mitglieder wurden nicht nur für die beiden Giftgas-Anschläge verurteilt, sondern auch für den Mord an Tsutsumi Sakamoto und seiner Familie im Jahr 1989. Der Rechtsanwalt hatte sich für Aum-Opfer eingesetzt und wurde auf Befehl Asaharas brutal ermordet.

Das letzte Verfahren gegen Mitglieder der Aum Shinrikyo wurde im Januar dieses Jahres abgeschlossen. Bereits zu diesem Zeitpunkt wurde spekuliert, dass der Exekution der Sektenmitglieder nun nichts mehr im Weg stehen dürfte.

Japan gehört zu den wenigen Industrienationen, die heute noch an der Todesstrafe festhalten, was von internationalen Regierungen und Menschenrechtsorganisationen aus der ganzen Welt heftig kritisiert wird.

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