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Japan – Bis 2020 sollen 80% der Senioren von Robotern gepflegt werden

Japans Gesellschaft altert in rasantem Tempo. Bereits heute sind über ein Viertel der Japaner über 65 Jahre alt – Tendenz steigend. Bis 2020 wird es an knapp 400.000 Pflegekräften fehlen, doch Japan hat bereits einen Weg gefunden, das Dilemma zu lösen: Das Land setzt auf künstliche Intelligenz und Roboter in der Altenpflege.

Japans alternde Bevölkerung muss sich zunehmend mit dem Gedanken vertraut machen, in Zukunft von Maschinen und Robotern betreut zu werden. Laut offiziellen Angaben ist der Personalmangel in der Pflegebranche so akut, dass bis 2020 insgesamt 370.000 Pflegekräfte fehlen werden. Die Regierung plant schon lange, fehlende Arbeitskräfte durch Maschinen zu ersetzen und treibt die Mechanisierung der Altenbetreuung ehrgeizig voran. Nun muss nur noch die Akzeptanz von neuen Technologien in der Pflegebranche erhöht werden, denn Premierminister Shinzo Abe erhofft sich, dass 1 von 4 Senioren bis 2020 dazu bereit ist, von humanoiden Pflegekräften umsorgt zu werden.

In Japans Alten- und Pflegeheimen kommen bereits heute Tausende Roboter zum Einsatz: Geh- und Aufsteh-Assistenten, künstliche Robben zum Kuscheln, sowie auch futuristische Gehhilfen, die Senioren und Behinderten zu mehr Bewegung verhelfen. Die Industrie geht nun allerdings einen Schritt weiter und forscht an zusätzlichen Funktionen und Technologien, die in Zukunft von Robotern übernommen werden können. So sollen die Maschinen beispielsweise vorhersehen können, wann ein Mensch zur Toilette gehen möchte.

Nur rund 8% von Japans Alten- und Pflegeheimen haben derzeit einen Lift- und Hebe-Roboter im Einsatz. Bisher ist diese Zahl so niedrig, weil die Kosten hoch und die Akzeptanz niedrig ist. „Pflegekräfte sind natürlich der Meinung, dass Menschen und nicht Maschinen sich um die Pflege und Betreuung von Alten kümmern sollten“, so Hirohisa Hirukawa vom National Institute of Advanced Industrial Science im Gespräch mit dem englischen Guardian. „Auf der Seite der Pflegebedürftigen ist es daher verständlich, dass diese erstmal eine geistige Resistenz gegenüber humanoiden Pflegekräften entwickeln.“ Doch für Hirukawa sollen Roboter menschliche Pfleger nicht ersetzen, sie können aber einen wichtigen Beitrag zur Entlastung des menschlichen Pflegepersonals leisten.

Aus diesem Grund möchte man die Entwicklung von möglichst preisgünstigen Robotern mit spezialisierten Funktionen fördern, um eine schnelle und erfolgreiche Verbreitung in den entsprechenden Branchen durchzusetzen, denn Japans Regierung will, dass der Markt für Pflegeroboter wächst.

Roboter in der Altenpflege – Japan setzt auf künstliche Intelligenz

Im Pflegeheim Fuyo-En in Yokohama kommt zum Beispiel der Unterhaltungsroboter „Parlo“ der Firma Fuji Soft zum Einsatz. Der mit künstlicher Intelligenz ausgestattete Roboter kann Menschen an ihren Stimmen erkennen und mit ihnen kommunizieren. Über 365 verschiedene Programme sind auf dem Gerät installiert, so kann „Parlo“ beispielsweise tanzen, Rätselraten und ältere Menschen dazu anregen zu kommunizieren.

Auch „Pepper“, der humanoide Roboter des Telekommunikationskonzerns Softbank, soll Einzug in Japans Pflegeheime halten. Der circa 1,20 Meter große Roboter kann verschiedene Stimmlagen, Gesichtsausdrücke und Gesten erkennen und soll künftig verstärkt zur Unterhaltung von Senioren und Heimbewohnern genutzt werden.

Nächstes Ziel der Roboterindustrie ist die Erforschung und Entwicklung von tragbaren Technologien, Mobilitätshilfen und einem System, das frühzeitig erkennt, wann eine Person die Toilette nutzen muss.

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