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Japan hat Angst um Handelsbeziehungen

Japan bleibt bei Maßnahmen gegen Myanmar vorsichtig

Vor einigen Tagen ist es in Myanmar zu einem Militärputsch gekommen, bei dem Staatschefin San Suu Kyi festgenommen wurde. International gab es große Proteste gegen das Vorgehen und auch Japan forderte die sofortige Freilassung von Suu Kyi. Allerdings wird es dabei vorerst bleiben, bei wirklich aktiven Maßnahmen ist Japan nämlich sehr vorsichtig.

Die USA gaben am Mittwoch bekannt, dass sie gegen Myanmar Sanktionen verhängen, wenn sich die Lage nicht verbessert. Wie genau die aussehen sollen, steht noch nicht fest, es wird aber von Exportbeschränkungen ausgegangen. Auch die Europäische Union hat Strafen für den Putsch angekündigt. Bei großen Protesten gegen den Putsch wurde auch gefordert, dass Japan dem Beispiel folgen soll.

Japanische Unternehmen haben Myanmar Fuß gefasst

Die Regierung stimmt den Sanktionen aufgrund der guten Verbindungen zu dem Land jedoch nicht zu. Es gibt 436 japanische Unternehmen in Myanmar und Japan befürchtet, dass sie Schaden nehmen. Tatsächlich ist Japan die einzige westliche Nation, die mit der militärischen Partei Tatmadawa und der National League for Democracy unter Suu Kyi Kontakt hat.

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Ebenfalls geht die Sorge um, dass sich das Militär an China wenden wird, was Japan auf jeden Fall verhindern will. Yohei Sasakawa, Vorsitzender der Nippon Foundation, erklärte, dass mit den Sanktionen sich die Schlagkraft von China verstärkt. Es sei auch möglich, dass eine wichtige Sicherheitsbasis in der indopazifischen Region verloren geht.

Japan sollte bewusst sein, dass sie zusammen mit anderen Ländern überhaupt zu den fairen Wahlen verholfen haben. Dass sie nun als manipuliert bezeichnet werden, sollte von Japan protestiert werden. Professor Mie Oba ist deswegen für die Einstellung von Hilfsprojekt, was einer Sanktion nahekommt.

China als Freund und Helfer

Allgemein ist es Japan nicht möglich selbstständig Sanktionen gegen Einzelpersonen verhängen. Eine Gruppe an Abgeordneten versucht das zurzeit zu ändern. Bis dahin muss die Regierung zu unterschwelligen Maßnahmen greifen, wie der Reduzierung der wirtschaftlichen Unterstützung. Bereits dreimal wurde in der Vergangenheit zu derartigen Aktionen gegriffen, um gegen den Hausarrest von Suu Kyi zu protestieren.

China hat in den letzten Jahren seine Beziehungen zu Myanmar verbessert, in dem sie unter anderen beim Bau von Rohrleitungen und Häfen halfen. Es lässt sich dabei nicht leugnen, dass Peking das Land immer weiter in seinen Bann ziehen will.

Sasakawa schließt darauf, dass es für Japan eine schwierige Situation wird, wenn die USA ihr Vorhaben durchsetzt. Die Regierung will deswegen weiterhin nur mündlich das Militär warnen und eine Freilassung von Suu Kyi fordern.

Japan muss auf sein Gewissen hören

Experte Kavi Chongkittavorn gab dazu an, dass die USA und Japan zusammenarbeiten müssen, wobei er an Good Cop, Bad Coop denkt. Andere Experten sehen die Sanktionen allgemein als fragwürdig an, wenn sie zu hastig umgesetzt werden. Myanmar hat erst seit 2015 eine Demokratie und sich dem Westen geöffnet.

Überstürztes Handlungen können deswegen deutlich mehr Schaden anrichten, als einige denken. Aus dem Grund soll eher der Dialog gefördert werden, um die Situation zu entspannen. Am Ende muss die Regierung jedoch selbst wissen, wozu sie bereit sind und welche Konsequenzen sie tragen wollen.

Dazu sei zu sagen, dass das Militär unter Min Aung Hlaing bereits sanktioniert ist. Der UN-hatte ihnen die Strafe wegen der Verfolgung und Vertreibung der muslimischen Minderheiten in der Region. China hat weder die Verfolgung noch den aktuellen Putsch bis jetzt verurteilt. Stattdessen wird der Fall schön geredet, es sei nur eine Kabinettsumbildung. Andere Länder werden gewarnt, sie sollen sich bei Myanmar nicht einmischen.

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