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Japan denkt über einen Austritt aus IWC nach

Nachdem die Internationale Walfangkommission (IWC) am Freitag den japanischen Vorschlag zur Wiederaufnahme des kommerziellen Walfangs ablehnte, denkt Japan nun über das Verlassen der Organisation nach.

Nach dem Ablehnen des Vorschlags wies Japan darauf hin, dass sie sich aus der Organisation zurückziehen könnten. Zuvor hatte die japanische Regierung gehofft, dass sie den kommerziellen Walfang von relativ häufigen Arten wie Zwergwalen wieder aufnehmen könnten. Doch Antiwalfangländer wie Australien und Neuseeland widersetzten sich dem Antrag. Insgesamt stimmten 27 Länder dem japanischen Vorschlag am letzten Tag der fünftägigen Jahrestagung in Brasilien zu, doch 41 Länder stimmten gegen den Vorschlag.

Der stellvertretende japanische Minister für Land- und Forstwirtschaft und Fischerei und Leiter der japanischen Delegation, Masaaki Taniai, sagte, dass Tokyo nach der Abstimmung keine andere Wahl habe, als „alle möglichen Optionen zu prüfen“. Außerdem sagte Taniai auf einer Pressekonferenz nach dem Treffen, dass er sich schmerzhaft bewusst sei, dass die IWC nicht funktioniere, um ihren Pflichten nachzukommen. Die brasilianische Regierung begrüßte die Entscheidung der IWC und sagte, dass sie dazu beitragen werden, Tausende Wale zu retten.

Sollte Japan wirklich aus der IWC austreten, könnte das Land harsche Kritik ernten und den Glauben übermitteln, dass sie die internationalen Regeln auf die leichte Schulter nehmen. Doch die japanische Regierung steht auch unter dem Druck der lokalen Fischer, die den kommerziellen Walfang wieder aufnehmen wollen. Der Leiter der lokalen Fischereikooperative der Stadt Taiji, Präfektur Wakayama sagte, dass es bedauerlich sei, dass sie bei der IWC immer ähnliche Ergebnisse erzielen. Die Stadt Taiji ist bekannt für ihre Jagd auf Delfine und Kleinwale.

Der Leiter der Fischereikooperative nahm selbst an der Sitzung teil. Der Bürgermeister der Stadt sagte, dass es sinnlos geworden sei, der IWC anzugehören. Außerdem meinte er, dass Japan auch über seine finanzielle Unterstützung an der IWC nachdenken sollte. Bereits 2014 forderte Japan bei der IWC die Wiederaufnahme des kommerziellen Walfangs, was bereits damals abgelehnt wurde. Aus diesem Grunde forderten sie dieses Mal eine Lockerung der IWC-Entscheidungsregeln. Dies geschah unter anderem, um das Gesamtpaket auch für Antiwahlfang-Mitglieder attraktiv zu machen. Denn durch den Vorschlag Japans wäre die Einrichtung von Walschutzgebieten, in denen der Walfang verboten ist, erleichtert worden.

Aktuell wird für Entscheidungen eine Dreiviertelmehrheit der IWC-Mitglieder gefordert. Dieselbe Regelung gilt auch, wenn eine Fangquote festgelegt werden soll. Durch den japanischen Vorschlag wäre diese Hürde auf eine einfache Mehrheit gesenkt worden. Obwohl Japan den kommerziellen Walfang im Einklang mit einem von der IWC 1982 beschlossenen Embargo einstellte, jagt das Land seit 1987 Wale für sogenannte wissenschaftliche Forschungszwecke.

Bereits 2007 wollte Japan aus der IWC austreten, da das Verbot des kommerziellen Walfangs nicht aufgehoben wurde. Doch die Vereinigten Staaten und andere Länder überredeten Japan, weiterhin in der Organisation zu bleiben. Der Senior Partner bei der Tokyo Foundation for Policy Research kritisierte den japanischen Ansatz bei der Umsetzung des Vorschlags und sagte, dass die japanische Regierung sich selbst genau betrachten sollte. Immerhin hätte Japan keine klare Strategie für die Wiederaufnahme des kommerziellen Walfangs.

Quelle: Kyodo News

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