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Entschiedene Haltung gegen Atomwaffen

Japan drängt auf einen Plan für eine atomwaffenfreie Welt

Japans Premierminister Fumio Kishida forderte auf der Konferenz der UN in New York einen Plan für eine atomwaffenfreie Welt. Laut Kishida soll die internationale Gemeinschaft ihre Kräfte bündeln, um dieses Ziel zu erreichen.

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Kishida ist der erste japanische Regierungschef, der an der Konferenz der Vereinten Nationen teilnimmt. Er forderte auch, dass die Atomwaffenstaaten die Transparenz ihrer Atomwaffenarsenale erhöhen sollen und erklärte, dass Japan 10 Millionen Dollar zur Einrichtung eines UN-Fonts beisteuern wird, der jungen Menschen durch Besuche in Hiroshima und Nagasaki helfen soll, etwas über Atombomben zu lernen.

Japan sieht keine Option, den Weg zu einer atomwaffenfreien Welt aufzugeben

Kishida räumte ein, dass der Weg zu einer Welt ohne Atomwaffen schwieriger geworden sei, zumal Russlands Drohung, in seinem Krieg in der Ukraine Atomwaffen einzusetzen, die Welt in Alarmbereitschaft versetzt hat.

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Allerdings betonte Japans Premierminister, dass es keine Option sei, diesen Weg aufzugeben.

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„Als Premierminister aus Hiroshima glaube ich, dass wir jede realistische Maßnahme ergreifen müssen, um Schritt für Schritt zu einer Welt ohne Atomwaffen zu gelangen, so schwierig der Weg auch sein mag“, so Kishida in seiner Rede.

Im Rahmen des „Hiroshima-Aktionsplans“, der auf der Sitzung vorgestellt wurde, betonte Kishida, dass es wichtig sei, die Bilanz des Nichtgebrauchs von Atomwaffen fortzusetzen und forderte alle Atommächte auf, Informationen über den Stand der Produktion von spaltbarem Material offenzulegen.

In dem Vertrag über die Kontrolle von Atomwaffen werden Großbritannien, China, Frankreich, Russland und die Vereinigten Staaten als Atommächte anerkannt.

Ziel des Vertrags ist es, die Verbreitung von Atomwaffen und -technologien zu verhindern, die friedliche Nutzung der Kernenergie zu fördern und die nukleare Abrüstung zu erreichen.

Kishida wandte sich in seiner Rede implizit gegen den Befehl des russischen Präsidenten Wladimir Putin, die Atomstreitkräfte Russlands in höchste Alarmbereitschaft zu versetzen, und gegen den russischen Angriff auf die Atomkraftwerke Saporischschja und Tschernobyl. Kishida hatte die Drohung Russlands bereits in der Vergangenheit offen kritisiert.

„Wir sollten niemals die Androhung des Einsatzes von Atomwaffen tolerieren, wie sie kürzlich von Russland ausgesprochen wurde“, so Kishida. „Die jüngsten Angriffe Russlands auf Atomanlagen dürfen nicht toleriert werden.“

Mit Blick auf Nordkorea, das anscheinend in diesem Jahr noch einen Atomtest durchführen will, sagte Kishida, dass Japan die Atom- und Raketenproblematik Nordkoreas in Zusammenarbeit mit der internationalen Gemeinschaft angehen werde.

Treffen in Hiroshima

Außerdem kündigte er an, dass Japan am 23. November in Hiroshima ein internationales Treffen bedeutender Persönlichkeiten, darunter führender Politiker und Wissenschaftler, abhalten wird, um über nukleare Abrüstung zu diskutieren.

Japan, das unter dem nuklearen Schutzschirm der USA steht, ist dem Vertrag über das Verbot von Atomwaffen, der 2021 in Kraft trat, nicht beigetreten, obwohl insbesondere von Überlebenden der Atombombe gefordert wird, dass die japanische Regierung ihre Haltung ändert.

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