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Japan – eine Industrienation, die in sich gespalten ist

Japans ländliche Gebiete sterben immer weiter aus

Japan ist eine starke Volkswirtschaft, doch davon gibt es genau genommen zwei im Land. Ein Teil von Japan ist wirtschaftlich stark, im anderen Teil sterben Städte und Gemeinden.

In der starken Hälfte Japans, einem Industriekorridor, der sich von Tokyo bis Osaka über 483 Kilometer erstreckt, findet man hochmoderne Unternehmen und einen großen Wohlstand. Doch in dem anderen Teil, in dem Städte und Gemeinden sterben, versuchen die Menschen in den Industriekorridor zu ziehen.

Kreative Ideen sollen das Aussterben verhindern

So ist es in vielen Industrieländern, doch in Japan ist es bereits seit längerer Zeit so, dass die Bevölkerung immer älter und eine Entvölkerung stattfindet. Eigentlich ein warnendes Beispiel für andere Länder.

In dem schwächeren Teil von Japan versuchen die Menschen mit kreativen Ideen, dem Aussterben ihrer Region etwas entgegenzusetzen. Als Beispiel dafür steht ein kleines Geschäft in der Präfektur Akita.

Das Geschäft wurde vor drei Jahren mit staatlicher Hilfe aufgebaut und ist mittlerweile ein Zentrum des Lebens in der Umgebung geworden. Die oft isolierten Einwohner der Region treffen sich dort, um Lebensmittel zu kaufen und um sich zu unterhalten. Jeden Donnerstag singen sie zusammen.

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Das Geschäft soll dabei helfen, das wachsende Problem in den schnell alternden und entvölkerten Regionen Japans anzugehen: Den Kampf um den Zugang zu den Grundlagen des modernen Lebens.

Das ländliche Japan wird weiter aussterben

Laut Angaben der Vereinten Nationen wird die Landbevölkerung in Japan in nur 12 Jahren von 2018 bis 2030 um weitere 17 Prozent schrumpfen, die Bevölkerung in ganz Japan soll bis dahin um jeweils 2 Prozent pro Jahr sinken.

2040 soll die Landflucht in Japan, die in allen anderen Ländern, außer Bulgarien und Albanien, übertreffen. Experten sagen voraus, dass Hunderte kleiner Städte und Gemeinden im Laufe der Zeit völlig menschenleer sein werden.

Tatsächlich kämpfen viele Menschen in den ländlichen Gebieten bereits. Mehr als 80 Prozent der Städte, die im vergangenen Jahr an einer Umfrage des Landwirtschaftsministeriums teilgenommen haben, gaben an, dass sie Schritte unternehmen müssen, um den Einwohnern zu helfen, Lebensmittel zu erhalten. Fast alle Gemeinden gaben als Grund das Altern an.

Von 2002 bis 2007 schlossen in ganz Japan mehr als 7.000 öffentliche Schulen ihre Türen, die meisten davon in ländlichen Gebieten, da die Geburtenrate zu weit gesunken ist. Je mehr Schulen geschlossen werden und auch andere Dienstleistungen eingestellt werden, desto mehr junge Familien ziehen in die großen Städte.

Infolge dieser Landflucht fließt das Vermögen der privaten Haushalte durch Vererbung in die gleiche Richtung. Laut der Sumitomo Mitsui Trust Bank werden in 20 Jahren voraussichtlich zwei Drittel der 47 Präfekturen mehr als 20 Prozent des Haushaltsvermögens verlieren.

Japanische Regierung nur halbherzig dabei

Bisher hat die japanische Regierung es nicht geschafft, die Menschen davon abzuhalten, in die Industrie starken Gegenden von Japan zu ziehen. Experten glauben mittlerweile sogar, dass es besser wäre, wenn die Regierung es nicht versuchen würde, sondern diesen Trend unterstützt.

Doch die japanische Regierung hat noch nicht aufgegeben, sie bietet eine einmalige Zahlung von bis zu 3 Millionen Yen für alle, die aus dem Großraum Tokyo mit ihrem Unternehmen in ein ländliches Gebiet ziehen oder dort ein Unternehmen gründen. Zusätzlich unterstützt die Regierung auch örtliche Universitäten und Unternehmen.

Zwar zeigen die Maßnahmen zarte Blüten, doch das Problem lösen sie nicht.

Das Problem ist, dass die Regierung ihre Politik ansonsten auf die starken Regionen Japans konzentriert. Immerhin leben dort etwa die Hälfte der 126 Millionen Menschen und das nur auf 14 Prozent der gesamten Landmasse Japans. Politisch merkt man dies daran, dass Abe voraussichtlich im November zum dienstältesten Ministerpräsidenten gewählt werden wird.

Für die schwachen Regionen Japans bedeuten die Maßnahmen weitere Probleme. Alleine die Nebenwirkungen der Maßnahmen der Bank of Japan haben die Belastungen noch verstärkt. Kleinere Banken müssen ein höheres Risiko eingehen, um sich über Wasser zu halten, da die Null- und Negativzinsen das Wirtschaften schwieriger machen.

Wenn die Regierung sich also weiterhin nur halbherzig auf seine schwachen Regionen konzentriert, wird die Kluft zwischen dem armen und reichen Japan nur noch großer, bis sie bald gar nicht mehr aufzuhalten ist.

Quellen: Kyodo, TJT, Ma, AS

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