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Opfern von häuslicher Gewalt soll geholfen werden

Japan erlaubt Frauen nach einer Trennung, Abtreibungen ohne Erlaubnis des Ex-Partners

In Japan sind Abtreibungen allgemein nicht ganz einfach. Schwangere haben es jedoch besonders schwer, wenn sie alleine die Entscheidung treffen wollen, da sie auch in Ausnahmesituationen die Erlaubnis des Partners benötigen. Das hat das Gesundheitsministerium jetzt geändert.

Das Ministerium gab am Montag bekannt, dass sie dem Muttergesundheitsgesetz neue Richtlinien hinzugefügt haben. Schwangeren ist es nun erlaubt eine Abtreibung ohne Erlaubnis des Partners durchzuführen, wenn die Ehe als zerbrochen gilt.

Abtreibungen mit Genehmigungen sind ein Problem

Das Gesetz sah bisher vor, dass Ärzte vor einer Abtreibung die Zustimmung des Ehepartners benötigen. Auch bei unverheirateten Frauen kommt es vor, dass nach einer Erlaubnis gefragt wird, aus Angst sonst verklagt zu werden oder andere Schwierigkeiten mit dem Erzeuger zu bekommen.

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Es gab deswegen in der Vergangenheit viele Fälle, in denen Schwangere zahlreiche medizinische Einrichtungen aufsuchen mussten oder zu einer Geburt gezwungen waren, weil sie nicht die Zustimmung von ihren Partnern erhielten. Vor allem für Personen, die Opfer von häuslicher Gewalt waren, ist das eine schwierige Situation.

2017 wurde von dem Kabinett eine Umfrage mit 141 vergewaltigten Frauen durchgeführt. Bei 26,2 Prozent waren die Täter ehemaliger Ehepartner und bei 24,8 Prozent waren es Ex-Freunde. Als Reaktion reichte das All Japan Women’s Shelter Network diesen Februar einen Antrag bei der Regierung ein, der die Anpassung des Muttergesundheitsgesetzes forderte, sodass Schwanger nicht mehr die Zustimmung von Ex-Partnern benötigen. Zuvor wurde bereits letzten Juni ein Antrag des Victim Support Forum der Japan Medical Association (JMA) eingereicht, der ebenfalls eine Verbesserung des Gesetzes forderte.

Ein wichtiger Schritt für Japan

JMA führte mit der Japan Association of Obstetricians and Gynecologists (JAOG) eine Debatte zu dem bisherigen System. Sie kamen dabei zu dem Schluss, dass es für Schwangere schwierige ist, die Erlaubnis von EX-Partnern zu bekommen. JMA reichte anschließend das Ergebnis bei der Regierung ein und der Gesundheitsminister stimmte am 10. März zu.

Am 14. März benachrichtigte JAOG Geburtshelfer und Gynäkologen landesweit, dass es zu der Änderung kommt. Es soll dabei eine Aussage der Schwangeren, eines Verwandten oder Dritten ausreichen, um den Beziehungsstatus zu klären. Jedoch muss in der Akte angeben werden, was der Grund für die zerbrochene Ehe war.

Chisato Kitanaka, Leiterin des All Japan Women’s Shelter Network, sieht es als ein gutes Zeichen, dass die Regierung sich dem Problem angenommen hat. Schwangere und auch Ärzte müssen sich nun weniger um gewalttätige Ex-Partner Sorgen machen, welche die Abtreibungen verhindern. Besonders in der derzeitigen Pandemie, in der es zu immer mehr unfreiwilligen Schwangerschaften kommt, sind die neuen Richtlinien sehr willkommen.

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