Anzeige
HomeNachrichten aus JapanJapan feiert den 75. Jahrestags der Kapitulation im Zweiten Weltkrieg

Zeremonie in diesem Jahr als Live-Stream auf YouTube

Japan feiert den 75. Jahrestags der Kapitulation im Zweiten Weltkrieg

Japan feierte am Samstag den 75. Jahrestag seiner Kapitulation im Zweiten Weltkrieg.

Anzeige

Der Kaiser und die Kaiserin, Premierminister Shinzo Abe und eine begrenzte Anzahl von Menschen nahmen an der Zeremonie teil, um den Kriegstoten zu gedenken.

Japans Premierminister schwor, die Tragödie des Krieges nicht zu wiederholen

Premierminister Shinzo Abe schwor in seiner Rede, die Tragödie des Krieges nicht zu wiederholen und sagte: „Wir werden nie vergessen, dass der Frieden und der Wohlstand, den wir heute genießen, auf den ultimativen Opfern der Kriegstoten aufgebaut sind.“

Abe, der bestrebt ist, die pazifistische Nachkriegsverfassung zu ändern, bezog sich nicht auf Japans Aggression in der Kriegszeit, wie er es bereits bei früheren Gedenkfeiern seit seinem Amtsantritt im Jahr 2012 gemacht hatte.

LESEN SIE AUCH:  Japans Premierminister vermittelt mit seinen Reden in Hiroshima und Nagasaki Gleichgültigkeit

Kaiser Naruhito, der erste nach dem Krieg geborene Kaiser in Japan, trat zum ersten Mal in der Pandemie mit seiner Frau, Kaiserin Masaki, in der Öffentlichkeit auf und drückte während der Gedenkfeier tiefe Reue aus. „Wenn ich auf die lange Zeit des Friedens zurückblicke, über unsere Vergangenheit nachdenke und mir die Gefühle tiefer Reue vor Augen halte, hoffe ich aufrichtig, dass sich die Verwüstungen des Krieges nie wieder wiederholen werden“.

Anzeige

Da sich das Coronavirus in Japan wieder ausbreitet, hat der 60-jährige Kaiser, der im Mai letzten Jahres den Thron bestieg, alle seine Reisen verschoben oder abgesagt. Mittags wurde eine Schweigeminute für die etwa 2,3 Millionen Militärangehörigen und 800.000 Zivilisten eingelegt, die dem Krieg zum Opfer gefallen sind, einschließlich der Menschen, die bei den Atombombenangriffen der USA auf Hiroshima und Nagasaki ums Leben kamen.

Hideo Sugiyama, der aus der Präfektur Shizuoka als Vertreter der Angehörigen der im Krieg umgekommenen Toten anwesend war, sagte: „Wir müssen die Erinnerungen an die Tragödie und den Terror des Krieges, in den sogar unschuldige Zivilisten verwickelt sein können, sowie die Kostbarkeit und Bedeutung des Friedens weitergeben.“

Kleinere Zeremonie mit Live-Stream auf YouTube

Die Zeremonie fand mit rund 540 Teilnehmern in Nippon Budokan statt, wie das Ministerium für Gesundheit, Arbeit und Wohlfahrt mitteilte. Die Teilnehmer trugen Masken, saßen auf Stühlen in einem Abstand von über einem Meter und sangen nicht, als die japanische Nationalhymne „Kimigayo“ gespielt wurde.

Die Regierung beschränkte zwar die Zahl der Teilnehmer, ließ die Zeremonie jedoch zum ersten Mal auf ihrem YouTube-Kanal live übertragen.

Anzeige

Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von YouTube, der den Artikel ergänzt. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen und wieder ausblenden.

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Inhalt laden

Nach Angaben des Ministeriums nahmen Angehörige der im Krieg Gefallenen in 20 der 47 japanischen Präfekturen wegen der Verbreitung des Virus nicht an der Gedenkfeier teil.

Im Yasukuni-Schrein in Tokyo gab es lange Schlangen

Im Yasukuni-Schrein in Tokyo, in denen verurteilte Kriegsverbrecher zusammen mit über 2,4 Millionen Kriegstoten geehrt werden, gab es eine lange Schlange von Besuchern. „Wir müssen unsere Entschlossenheit erneuern, dass es nie wieder zu einem Krieg kommen darf“, sagte Kazue Koike. Der 76-jährige Einwohner Tokyos besucht Yasukuni jedes Jahr.

„Ich wurde kurz vor Ende des Krieges geboren. Es darf nie wieder Krieg geben“, sagte Katsuji Yakushiji (75) als er den Chidorigafuchi-Nationalfriedhof in der Hauptstadt besuchte, auf dem die sterblichen Überreste von rund 370.000 nicht identifizierten Soldaten und Bürgern beigesetzt sind.

Anzeige
Anzeige