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Japan gedenkt der Opfer des Sarin-Giftgasanschlags von 1995

Am Mittwoch jährte sich mittlerweile zum 24. Mal der Sarin-Giftgasanschlag. Der Anschlag der Aum-Sekte kostete mehreren Menschen das Leben und verletzte Tausende. In ganz Japan gedachten die Menschen nun der Opfer und erinnerten sich an den Angriff auf die U-Bahn von Tokyo.

Eine große Gedenkzeremonie fand direkt an der Kasumigaseki-Station statt, wo es am 20. März 1995 zu dem Anschlag kam. Überlebende, Angehörige und Bahnangestellte hielten um acht Uhr gemeinsam eine Schweigeminute ab. Anschließend beteten die anwesenden Personen und legten zusammen Blumen an einem extra aufgestellten Stand nieder. Die Tokyo Metro Co. stellte an den anderen Stationen, wo Personen ebenfalls zu Schaden kamen, Tische für Blumen auf.

Zum ersten Mal fühlten sich bei der Zeremonie die Hinterbliebenen anders. Grund dafür war die Hinrichtung der 13 verantwortlichen Amu-Mitglieder letzten Juli. Unter ihnen befand sich ebenfalls der Sektenführer Shoko Asahara, der den Angriff veranlasste. Shizue Takahashi verlor bei dem Anschlag ihren Ehemann Kazumasa Takahashi. Reportern erklärte sie, dass sie seit der Hinrichtung mit einem anderen Gefühl zu dem Bahnhof komme. Sie denke allerdings nun intensiver über die Folgen der Todesstrafe nach.

Kurz nach der Hinrichtung gab die 72-Jährige an, dass ihr Leiden weiter anhält und sie immer noch eine schwere Zeit hat. Nun denkt sie jedoch etwas anders darüber. Sie denkt nun darüber nach, wie die Täter all die Jahre im Gefängnis lebten und wie es ihren Familien geht. Einige Mitglieder sagten der Sekte im Gefängnis ab und bereuten ihre Tat.

Angst vor neuen Anschlägen

Der Giftgasanschlag kostete insgesamt 13 Menschen das Leben und verletzte mehr als 6.000 Personen. Obwohl das Sarin während der morgendlichen Hauptverkehrszeit freigesetzt wurde, ist die Todeszahl relativ gering. Grund dafür war die schlechte Qualität des Nervengiftes und die schnelle Reaktion der Menschen.

Trotzdem ist die Regierung wegen der Paralympischen und Olympischen Spiele besorgt. Sie prüfen aktuell Möglichkeiten, die Eisenbahnen besser zu sichern. Letzten Monat führten sie ein Experiment an der Kasumigaseki-Station durch, bei dem Beamte mit Körperscannern nach gefährlichen Stoffen suchten. Mit dem Gerät will das Verkehrsministerium die Sicherheit allgemein verbessern, ohne die Bequemlichkeit der Reisenden zu beeinträchtigen.

Quelle: Mainichi Shimbun

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