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Japan: Gemälde in Niederlanden als Werke des Malers Hokusai erkannt

Sechs bisher nicht identifizierte Landschaftsgemälde des alten Japans in der Edo-Zeit wurden nun als Werke des japanischen Meistermalers Hokusai Katsushika (1760-1849) erkannt.

Die Kunstwerke gelangten über den deutschen Arzt und Naturforscher Philipp Franz von Siebold (1796-1866) über Deutschland in die Niederlande. Dort werden sie aktuell im Reichsmuseum für Völkerkunde in Leiden aufbewahrt. Die Bilder waren Teil einer Sammlung des Deutschen, der erstmals 1823 nach Japan kam und heute als Begründer der Japanologie angesehen wird.

Der niederländerländische Museumsforscher Matthi Forrer fand Aufzeichnungen von Siebolds bei einem seiner Nachkommen. Diese Schriften beschreiben die Landschaftsgemälde als Werke von Hokusai, einem der bedeutendsten Künslter Japans und Symbolfigur der Kunstform ukiyo-e (Bilder der fließenden Welt).

Forrer gab im Rahmen einer internationaler Konferenz in Nagasaki vergangenen Samstag an, diese Gemälde mit westlichen Zeichentechniken angefertigt wurden. Werke im westlichen Stil waren bis dato von Hokusai nicht bekannt, worauf diese neuen Entdeckungen ein neues Licht auf den Japaner und sein Künstlertum.

Eines der Bilder zeigt die Nihonbashi-Brücke und das Schloss Edo mit dem Fujisan im Hintergrund.

Traditionell japanische Gemälde zeichnen sich durch die Zeichnung von Umrissen aus, welche farblich gefüllt werden. Nach Forrer wurden diese Gemälde jedoch direkt ohne Umrisse gezeichnet. Außerdem wurde die Methodik von Perspektiven angewandt. Der Niederlände fügte an, dass selbst Reflektionen von Gebäuden und Mondlicht im Wasser vorhanden sind. Diese Techniken sind mit traditionell japanischen Zeichenmethoden nur sehr schwer auszudrücken. Forrer hält diese Exemplare daher für schlichtweg großartig.

Fünf der sechs Bilder sind Wasserfarben-Gemälde, welche Szenen der ehemaligen Hauptstadt Edo, dem heutigen Tokyo, darstellen. Die Identifizierung der Gemälde als Werke Hokusais können durchaus als Überraschung bezeichnet werden. Bisher wurde angenommen, die Landschaftszeichnungen stammten von einem unbekannten, westlichen Künstler.

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