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Japan muss Fangquoten wegen verlorenen Gebieten herunterschrauben

Japan hält weiter am Walfang fest, auch wenn sich das Walfleisch schlecht verkauft

Seit letztem Jahr betreibt Japan wieder aktiv den kommerziellen Walfang. Andere Länder und Experten waren davon weniger begeistert. Auch in Japan selbst war die Freude und vor allem das Interesse nicht groß. Trotzdem will die Regierung weiter an der Jagd festhalten, obwohl der Verkauf vom Walfleisch immer mehr zur Herausforderung wird.

Grund für die schwierigen Voraussetzungen ist unter anderem die Fangquote, die gesenkt wurde. Man hat sich zu diesen Schritt entschlossen, da üppige Fischgründe in dem antarktischen Ozean aufgrund des Austritts aus der IWC aufgegeben werden mussten. Das Fanggebiet beschränkt sich deswegen nur auf die eigene Wirtschaftszone. Um Überfischung zu vermeiden wurde die Quote um 40 Prozent gesenkt, was nur noch 383 Tieren entspricht.

Walfleischmenge schrumpft deutlich

Zurzeit gibt es in Japan nur ein Unternehmen, dass an Offshore-Walfangaktivitäten teilnimmt. Kyodo Senpaku Co. aus Tokyo verdient durch den Walfang jährlich um die 12,8 Millionen Euro. Profit machen ist für sie trotzdem mit der strengen Quote schwierig und Firmenpräsident Eiji Mori zeigte sich besorgt. Er hofft, dass die zukünftigen Quoten mit der Zahl der fangbaren Walarten steigen.

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2019 wurde zwar fast die Quotengrenze erreicht, die Menge an Fleisch war jedoch gering. Die Walfleischversorgung selbst ist im Vergleich zum letzten Jahr um 30 Prozent gesunken und kam auf rund 1.600. Die Jahre zuvor waren es im Schnitt rund 2.500 Tonnen und zu dem Zeitpunkt tötet Japan Wale noch unter dem Deckmantel der Forschung. Das Angebot vom letzten Jahr selbst bestand aus 1.430 Tonnen Bryde-Wal und 200 Tonnen Zwergwal. Aufgrund der gesunkenen Quote ist es schwer das Angebot zu steigern.

Die Frage dazu bleibt jedoch, ob das überhaupt nötig ist. Walfleisch ist für die Verbraucher weiterhin Luxus und im Vergleich zu anderen Meerestieren ziemlich teuer. Trotzdem sei das Interesse an Walfleisch wohl gestiegen, was vermutlich durch die Wiederaufnahme des Walfangs verursacht wird. Ein Restaurantbesitzer in Shinjuku bestätigt, dass so viele Wahlgerichte wie noch nie bestellt werden.

Weiterhin ein vorsichtiger Umgang mit dem Fleisch

Trotzdem wünscht er sich, dass die Preise fallen, damit noch mehr Menschen das Fleisch auf ihrer Karte anbieten können. Hinzu kommt, dass es nur wenig Händler gibt, die Wal verkaufen. Der Schein scheint dabei etwas zu trügen. Ein Einzelhändler aus Chiba, der schon länger Walfleisch in Einkaufszentren und Kaufhäusern anbietet, gibt an, dass sie keinen Anstieg der Verkäufe verzeichnen.

Die Exekutive wies darauf hin, dass viele kommerzielle Institutionen vorsichtig mit Walfleisch umgehen, da sie sich der aktiven Anti-Walfang-Gruppen bewusst sind. Sie wollen deswegen vermeiden den Eindruck zu erwecken, dass sie die Walfangkultur unterstützen und verkaufen nur kleine Mengen von dem Fleisch. Es ist demnach nicht verwunderlich, dass der Verkauf nur schleppend läuft und es kaum Gewinn für die Fischer gibt.

Trotzdem will Japan weiter an dem Jahresbudget von umgerechnet 43,8 Millionen Euro festhalten, um den Walfang weiter zu fördern. Besonders viel Geduld gibt es allerdings nicht. Ein leitender Angestellter der Fischereibehörde gab an, dass sie den aktuellen Zustand nicht ewig ausdehnen wollen. Selbst wenn die Quoten steigen, löst es am Ende nicht das Problem der Nachfrage. Wenn es niemanden gibt, der das Fleisch essen will, dann wird es auch nicht verkauft.

Kyodo

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