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Geschlechterrollen aufbrechen

Japan hat einen weit verbreiteten Widerstand gegen weibliche Führungskräfte

Die Versuche in Japan, weibliche Führungskräfte zu ernennen, stoßen immer wieder auf den Widerstand von Männern und Frauen, die darin einen Verstoß gegen die traditionellen Werte sehen.

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Laut Tomoko Yoshino, die Vorsitzende des größten japanischen Gewerkschaftsverbands Rengo sind die Aufteilung der Geschlechter in Japan weiterhin sehr ausgeprägt. „Selbst wenn Frauen fähig sind, fehlt ihnen das Selbstvertrauen. Männer sind in der Lage, als fähig durchzugehen, auch wenn sie es nicht sind. Ich spüre diese Ungleichheit sehr stark“, so Yoshino.

Trotz Widerstand müssen die Geschlechterrollen aufgebrochen werden

Seit Yoshino die Führung von Rengo übernommen hat, versucht sie verstärkt Frauen zu helfen, in Unternehmen aufzusteigen und die Einstellung zu den Geschlechterrollen aufzubrechen.

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Japan lag im Global Gender Gap Index 2021 des Weltwirtschaftsforums auf Platz 120 von 166 Ländern und die Situation vieler Frauen hat sich während der Pandemie verschlechtert, da sie den Großteil der Gelegenheitsarbeiter stellen, die die Hauptlast der Entlassungen zu tragen haben.

Zwar sind rund 36 Prozent der Rengo-Mitglieder und 34,5 Prozent der Führungskräfte weiblich, allerdings soll die Zahl bis 2030 auf 40 Prozent steigen, um ein Gleichgewicht der Geschlechter in Japan herzustellen.

Konjunkturpaket geht nicht weit genug

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Yoshino gehört einem Expertengremium an, das an der Umsetzung des „Neuen Kapitalismus“ von Premierminister Fumio Kishida arbeitet. Sie begrüßte die vorgeschlagenen Lohnerhöhungen für Krankenschwestern, sieht aber einige Aspekte des Konjunkturpaketes eher als hilfreich für die Elite als für die kämpfenden Arbeitnehmer an. Ziele wie erhöhte berufliche Mobilität und Umschulung seien für alleinerziehende Mütter und viele andere unerreichbar, so Yoshino.

Eines ihrer Ziele ist es, Gelegenheitsarbeiter zu unterstützen, auch wenn die meisten nicht gewerkschaftlich organisiert sind. Rengo fordert eine Anhebung der Löhne von Gelegenheitsarbeitern auf 1.150 Yen (ca. 8,97 Euro) pro Stunde.

Wenn die Bedingungen für Gelegenheitsarbeiter nicht verbessert würden, bestehe die Gefahr, dass die Bedingungen für reguläre Arbeitnehmer entsprechend verschlechtert würden.

„In diesem Sinne kann sich die Unterstützung von Gelegenheitsarbeitern auf die regulär Beschäftigten auswirken“, so Yoshino. „Der Versuch, denjenigen zu helfen, die am unteren Ende der Skala stehen, gehört zu den Aufgaben einer Gewerkschaft und ich denke, die Zeit dafür ist gekommen.“

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