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Effektivere Maßnahmen gefordert

Japan hat keine Antwort auf das Coronavirus

In Japan steigt die Zahl der Menschen, die sich mit dem Coronavirus infiziert haben, immer schneller an. Die japanische Regierung scheint keine Antwort auf die Pandemie zu haben und reagiert erschreckend schwach.

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Um die Pandemie einzudämmen, wurde am Dienstag der Ausnahmezustand ausgeweitet, doch diese Maßnahme ist nicht mehr als ein zahnloser Tiger und stößt in der Bevölkerung aus große Skepsis.

Ausnahmezustand und Selbstbeschränkung – Japans einzige Antwort

Zusätzlich wurde die stationäre Aufnahme in Krankenhäusern nur auf Menschen mit schweren Symptomen beschränkt. Damit sollte das Gesundheitssystem geschützt und eine Situation, wie in der letzten Infektionswelle, vermieden werden.

Allerdings warten jetzt schon hunderte Menschen im ganzen Land auf einen freien Platz in einem Krankenhaus und die Gesundheitszentren, die dies entscheiden, kommen mit der Arbeit nicht hinterher.

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Der Ausnahmezustand, der bis zum 12. September in Fukuoka, Gunma, Hyogo, Ibaraki, Kyoto, Shizuoka und Tochigi gelten wird, beinhaltet, dass Restaurants und Bars keinen Alkohol mehr ausschenken dürfen und sie müssen früher schließen.

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Doch da gibt es ein Problem, welches sich besonders deutlich in Tokyo zeigt: viele Restaurants und Bars ignorieren diese Maßnahme, weil die Hilfsgelder, die den Umsatzverlust ausgleichen sollen, nicht gezahlt werden.

Obendrauf kommt dann noch die Tatsache, dass immer mehr Menschen keine Lust mehr haben, sich selbst einzuschränken.

Reaktion auf die Maßnahme eher verhalten

Dementsprechend ist die Reaktion auf die Ausweitung des Ausnahmezustands in der Bevölkerung eher verhalten.

„In Japan gibt es keine andere Möglichkeit, als den Ausnahmezustand auszurufen, aber ich bezweifle, dass das gut funktionieren wird“, so ein Angestellter in den japanischen Medien.

Geschäftsinhaber in Kyoto sind ziemlich enttäuscht über die Entscheidung der Regierung.

„Da kein Ende der Pandemie in Sicht ist, sind wir kurz davor, den Mut zu verlieren“, sagte Masahiro Hosokawa, der den Verband für die Einkaufsstraße von Arashiyama vorsteht, dem rund 100 Geschäfte angehören.

Die Umsätze in seinem Souvenirladen sind in diesem Monat bereits auf etwa 10 Prozent des üblichen Niveaus gesunken, da die Kunden aus der Einkaufsstraße verschwunden sind.

In Fukuoka war das Einkaufsviertel Tenjin trotzdem voll mit Menschen. Eine 63-jährige Frau sagte, dass sie sich zwar nicht über die Begrenzung der Besucherzahl in den großen Einkaufszentren während der Notstandszeit beschweren werde, dass es ihrer Meinung nach aber zu spät sei, diese Maßnahme einzuführen.

Gouverneure kritisieren Japans Regierung

Ziemlich deutlich wurde Yuji Kuroiwa, der Gouverneur von Kanagawa, der die japanische Regierung scharf dafür kritisierte, dass sie keine effektiveren Maßnahmen gegen das Virus ergreift, um den starken Anstieg der Infektionen aufzuhalten.

„Wenn man sich die Infektionssituation heute für Tokyo, seinen Ballungsraum und andere Gebiete in ganz Japan ansieht, kann die Regierung die Ausbreitung der Infektion mit einer solchen Maßnahme eindämmen?“, so Kuroiwa.

Hirofumi Yoshimura, der Gouverneur von Osaka, schloss sich dem an und forderte die japanische Regierung ebenfalls auf, effektivere Maßnahmen einzuführen. „Wir sollten so etwas wie einen Lockdown machen“, so Yoshimura.

Über die Möglichkeit eines Lockdowns wird bereits seit einiger Zeit diskutiert, diese Maßnahme wird allerdings von Premierminister Yoshihide Suga als ungeeignet für das Land angesehen.

Auch Shigeru Omi, Leiter des Expertengremiums, dass die japanische Regierung in allen Fragen der Pandemie berät, forderte am 18. August effektivere Maßnahmen angesichts des schnellen Anstiegs der Infektionen.

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