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Visum wird schon lange kritisiert

Japan hat seit 2013 nur 93 LGBTQ-Personen ein Visum für ihren Ehepartner ausgestellt

Japan ist bei der Einreise besonders hart. Ausländer, die im Land arbeiten und leben wollen, müssen zahlreiche Anforderungen erfüllen. Wie sich nun zeigte, hat Japan in den letzten Jahren jedoch nur 93 ausländischen LGBTQ-Paaren ein gemeinsames Visum ermöglicht.

Am Freitag veröffentlichte die Einwanderungsbehörde eine Umfrage zur Einreise von gleichgeschlechtlichen Ehepaaren. Es ist die Erste seiner Art und zeigt Japans problematisches System. Zwischen 2013 und 2020 erhielten nur 93 Ausländer mit einem speziellen Visum die Möglichkeit, ihren gleichgeschlechtlichen Partner nachzuholen.

Visum wird einem japanischen Partner verweigert

Das Visum erhalten Ausländer nur, wenn sie einen registrierten Wohnsitz in Japan haben und sie sowie ihr Partner die Staatsangehörigkeit aus einem Land haben, indem die gleichgeschlechtliche Ehe anerkannt wird. Der Partner selbst bekommt den Aufenthaltsstatus für ausgewiesene Aktivitäten.

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Die Einwanderungsbehörde betont dabei, dass sie bei dem Sondervisum die individuellen Umstände berücksichtigen. Allgemein ist es erst seit Oktober 2013 möglich, dass LGBTQ-Paare den Status aus humanitären Gründen von der Regierung erhalten.

Jedoch wurde stark kritisiert, wie japanische Staatsangehörige von dem System ausgeschlossen werden. Ausländische gleichgeschlechtliche Ehepartner können über das Visum nicht einreisen, wenn sie mit einem Japaner verheiratet sind. Grund dafür ist die Regelung, dass beide aus Ländern sein müssen, in denen die Ehe anerkannt wird. In Japan gibt es aber keine gleichgeschlechtliche Ehe.

Änderungen lassen auf sich warten

Auf der anderen Seite gibt es das Problem bei heterosexuellen Paaren nicht. Wenn sie verheiratet sind, dürfen ausländische Partner und auch die Kinder ohne Probleme nach Japan kommen. 2018 sprach der ehemalige Außenminister Taro Kono das Problem bereits an und nannte das System fehlerhaft. Er wollte deswegen mit dem damaligen Justizminister darüber reden, seitdem ist es aber zu keinen Änderungen gekommen.

Betroffene Paare versuchten in der Zwischenzeit für ein Langzeitvisum zu klagen. Die derzeitige Justizministerin Yoko Kamikawa gab am Montag zu der Problematik an, dass sie verschiedene Meinungen hören will und dann über weitere Entscheidungen nachdenkt. Weiter wollte sie sich zu dem Thema vorerst nicht äußern.

In Japan machen sich langsam Veränderungen breit

In Japan hat sich zuletzt die Lage für sexuelle Minderheiten deutlich verbessert. Immer mehr Gemeinden bieten Partnerschaftssysteme an und setzen sich für LGBTQ-Personen ein. Am 17. März hatte das Bezirksgericht von Sapporo entschieden, dass die Ablehnung der gleichgeschlechtlichen Ehe durch die Regierung verfassungswidrig ist.

Es ist das erste Mal, dass es zu so ein Urteil gekommen ist, was die Hoffnung der Menschen verstärkt, dass bald gleichgeschlechtliche Ehen möglich sind. Japan ist bisher das einzige Land der Gruppe der Sieben, bei dem die Paare nicht anerkannt werden.

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