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Viele Einwohner wollen nicht zurück

Japan hebt Evakuierungsbefehl für die Stadt Futaba in Fukushima auf

Die japanische Regierung hat am 4. März den Evakuierungsbefehl über ein Teil der Stadt Futaba in der Präfektur Fukushima aufgehoben. Die Stadt wurde von der Katastrophe im Kernkraftwerk Fukushima schwer getroffen.

Futaba befindet sich in der gleichnamigen Region, in der auch das Atomkraftwerk Fukushima steht, zudem ist Futaba die letzte Stadt, die vor neun Jahren wegen der Atomkatastrophe evakuiert wurde. Die Aufhebung ist auch die Erste, einer sogenannten „schwer rückführbaren“ Zone, mit hohen Strahlungswerten.

7.000 Menschen wurden aus Futaba evakuiert

Insgesamt wurden 7.000 Menschen evakuiert, nachdem am 11. März ein Erdbeben der Stärke 9 und ein nachfolgender Tsunami das Atomkraftwerk schwer beschädigten und zu einer Kernschmelze führten.

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Die teilweise Aufhebung der Evakuierung erfolgt Wochen bevor die olympische Fackel durch eine andere Stadt in Fukushima getragen wird. Die Fackel könnte auch durch Futaba fahren, etwa 4 Kilometer vom zerstörten Kernkraftwerk entfernt.

Der uneingeschränkte Zugang ist jedoch nur zu einem Gebiet im nordöstlichen Teil von Futaba (insgesamt 4 Prozent der Gesamtfläche der Stadt) sowie zu schwer zu erreichenden Zonen rund um den Bahnhof Futaba auf der Joban Line der East Japan Railway Co. gestattet.

Bahnstation von Futaba wird im Laufe des Monats wieder geöffnet

Die Station wird im Laufe dieses Monats wieder geöffnet, um sie zum ersten Mal seit der Katastrophe wieder mit dem Rest der Region zu verbinden. Der Zugang zur überwiegenden Mehrheit von Futaba ist auf diejenigen beschränkt, die die Erlaubnis für einen Tagesbesuch erhalten haben.

Die dreifache Reaktorschmelze im Kernkraftwerk Fukushima Nr. 1 verursachte die Freisetzung massiver Strahlungsmengen, die die Umgebung kontaminierten und zwangen mehr als 160.000 Menschen zur Flucht.

Am Dienstag um Mitternacht wurde das Tor an einem Kontrollpunkt geöffnet und die Mitarbeiter von Futaba platzierten auch ein Schild in ihrem neuen Stadtbüro.

„Ich bin überwältigt von Emotionen, das wir endlich einen Teil unserer Stadtoperationen in unsere Heimatstadt zurückbringen“, sagte Shiro Izawa, Bürgermeister von Futaba. „Ich verspreche, unsere Erholung und unseren Wiederaufbau stetig voranzutreiben.“

Mitarbeiter der Stadt sagen, sie hoffen auf die Rückkehr der ehemaligen Bewohner von Futaba, aber viele sind weiterhin besorgt über die Strahlungswerte.

Viele ehemalige Einwohner wollen nicht zurückkehren

Viele Einwohner fanden nach der Evakuierung auch in anderen Gemeinden neue Jobs und Verbindungen und nur etwa 10 Prozent geben an, dass sie eine Rückkehr planen.

Die Zahl der in Futaba registrierten Einwohner ist von 7.000 vor der Katastrophe in der Stadt bereits um 1.000 gesunken. Nach langen Busfahrten, Zwischenstopps und Zeit in Notunterkünften in einer Sportarena und einer verlassenen High School blieben viele Evakuierte in der Stadt Kazo in der Präfektur Saitama. Die Verwaltung von Futuba wurde in einem provisorischen Büro in Iwaki, einer anderen Stadt in Fukushima, wiedereröffnet.

Nach Futaba werden die Evakuierungsbefehle für die Stadt Okuma am Mittwoch um Mitternacht und für die Stadt Tomioka am 10. März um 6 Uhr morgens teilweise aufgehoben. Die drei Städte gehören zu den sieben Gemeinden, in denen „schwer zurückzugebende Zonen“ eingerichtet wurden nach dem nuklearen Unfall.

Selbst seit die Strahlenbelastung auf ein sicheres Niveau gesunken ist, leidet die Landwirtschafts- und Fischereiindustrie in der Region weiterhin unter den anhaltenden Bedenken von Verbrauchern und Einzelhändlern.

Das Kernkraftwerk wird in einem Prozess stillgelegt, der Jahrzehnte dauern wird. Durch die laufenden Dekontaminierungsbemühungen wird eine temporäre Lagerung für große Mengen an Schmutz und Erde errichtet. Aktuell wird darüber diskutiert, was mit dem kontaminierten Wasser passiert, das täglich anfällt.

TJT

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