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Wirtschaftsmotor Tourismus

Japan hofft auf mehr Touristen

Die japanische Regierung bereitet weitere Lockerungen der Einreisebeschränkungen vor, um mehr Touristen ins Land zu locken. Dabei ist die Hoffnung groß, dass der schwache Yen einen zusätzlichen Schwung geben wird, da das Ausland vom Wechselkurs profitiert.

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Im Oktober soll es weitere Lockerungen geben. So ist geplant, dass die tägliche Obergrenze für Menschen, die ins Land einreisen dürfen, komplett entfallen soll. Im Moment liegt die Obergrenze bei 50.000 Menschen pro Tag.

Touristen sind ein Wirtschaftsmotor für Japan

Die Frage ist allerdings, ob das reichen wird, um wieder mehr Touristen ins Land zu locken. Japan gilt zwar als eines der beliebtesten Reiseziele, aber hat dank der Einreisebeschränkungen dafür gesorgt, dass sich viele Menschen umorientiert haben.

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Der Tourismus ist allerdings ein wichtiger Wirtschaftsmotor und die Tourismusindustrie fordert bereits seit einiger Zeit, dass die Grenzen wieder vollständig und ohne Einschränkungen geöffnet werden.

So unter anderem die Japan Association of Corporate Executives, die die Regierung auffordert, wieder individuelle Reisen zuzulassen sowie kurzfristige Besuche ohne Visum zu erlauben.

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Experten gehen davon aus, dass sich die touristischen Ausgaben in Japan innerhalb eines Jahres auf etwa 2,5 Billionen Yen (etwa 17,3 Milliarden Euro) erholen könnten, wenn weitere Beschränkungen aufgehoben werden, einschließlich jener, die individuelle und spontane Reisen verhindern. Das entspricht etwas die Hälfte des Niveaus von 2019.

Das liegt insbesondere daran, dass der schwache Yen Reisen nach Japan günstiger macht und die Kauflust steigert.

Gebremste Euphorie

Japan ist, was den Tourismus angeht, verwöhnt. Vor der Pandemie im Jahr 2019 besuchten 31,9 Millionen Menschen das Land. Im Juli dieses Jahres waren es gerade einmal 144.500 und davon waren nur wenige Touristen.

Auch Tourismusexperten bremsen die Euphorie, denn sie gehen davon aus, dass sich die Zahl der Touristen aus dem Ausland nur langsam erholen wird. Ein Grund dafür ist die „No-Covid-Strategie“ Chinas, denn viele Chinesen reisen gerne nach Japan, um dort einzukaufen.

Da die Menschen in Japan den Druck der sich beschleunigenden Inflation spüren, ist die wachsende Kritik, dass der schwache Yen der Grund dafür sei, für Premierminister Fumio Kishida nicht sehr erfreulich.

Kishida unterstützt den Kurs der Bank of Japan, die Zinspolitik beizubehalten und eine Inflation von 2 Prozent zu erreichen.

Tourismus hätte Auswirkungen auf den Kurs des Yen

„Es ist wichtig, unsere Ertragskraft durch die Förderung von Agrarexporten und des Fremdenverkehrs zu stärken, um von den Vorteilen des schwächeren Yen zu profitieren“, so Kishida am Mittwoch auf einer Regierungssitzung.

Wirtschaftsexperten rechnen damit, dass ein Wiederaufleben des Einreiseverkehrs zur Verbesserung der Leistungsbilanz Japans beitragen und so die Nachfrage nach Yen-Käufen steigen wird.

Wenn der Reiseüberschuss – also der Geldbetrag, den ausländische Reisende in Japan ausgeben – wieder größer ist als der Betrag, den Japaner im Ausland ausgeben, und wieder auf das Niveau vor der Pandemie von etwa 3 Billionen Yen pro Jahr ansteigt, würde dies einen Effekt auf den Kurs des Yen haben.

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