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Japan – Immer mehr Frauen um die 40 wohnen in Wohngemeinschaften

Gerade bei Studenten und jungen Menschen sind Wohngemeinschaften nichts Neues, auch hier in Deutschland nicht. Wegen des Wohnungsmangels und teurer Mieten in Städten sind sie schon fast ein Muss. In Japan entscheiden sich zur Zeit immer mehr Frauen mittleren Alters für das Zusammenleben in einer WG.

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Die Größe dieser „Wohngemeinschaften“ variiert stark nach Preis und Komfort. So kann ein Haus je nach Lage und Größe auch mal bis zu 100 Menschen beherbergen. Hier werden sich dann Küchen und Aufenthaltsräume geteilt. In der Luxuspreisklasse kann alles von einem Yogastudio bis hin zu einem Kinoraum, Fitnessraum und selbst einer Sauna dabei sein.

Die wohl gängigste Größe einer Wohngemeinschaft ist ein zweistöckiges Haus, welches von durchschnittlich 4 bis 6 Menschen bewohnt wird.

Das Prinzip ist aber immer das Gleiche. Man teilt sich den gemeinsamen Wohnraum und die Kosten, hat sonst aber nicht viel miteinander zu tun. Was natürlich auch von den Mitbewohnern und der eigenen Person abhängt. Aber alleine, dass jemand da ist, wenn man nach Hause kommt, scheint gerade bei alleinstehenden Frauen das Interesse an den Wohngemeinschaften geweckt zu haben.

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So sieht die 51-jährige „Akiko“ (Name geändert) beim Gespräch mit einem Reporter der Japan Today viele Vorteile in einer WG. Als sie sich von ihrem Mann hatte scheiden lassen, war für sie eine Wohngemeinschaft der perfekte Übergang von einer Familie in ein unabhängiges Leben. Diese Wohngemeinschaft hält mittlerweile seit vier Jahren.

Für Akiko, so sagt sie, war es immer ein gutes Gefühl, wenn sie jemand morgens grüßte oder sie eine Rückmeldung bekam, wenn sie mit „Hallo, ich bin zu Hause“ die Tür herein kam. Gut möglich, dass diese WG am Ende als dauerhafter Zustand verbleibt. Umzugspläne habe sie nämlich nicht.

Der Markt hat diese Chance ebenfalls erkannt. Und so werden mittlerweile Häuser speziell für Geschäfts- oder „kreative“ Frauen angeboten. Hier zielt man auf gemeinsame Interessen und die gegenseitige Unterstützung der Frauen ab.

Dies könnte eine klare Trendwende sein. Vor ein paar Jahren hätten Frauen im mittleren Alter in Japan noch bei ihren Eltern gelebt oder wären bereits verheiratet. In dem neuen Trend Wohngemeinschaften zu gründen steckt mehr als einfaches Wohnen mit Fremden. Für Frauen Anfang 30 bis Ende 40 ist es auch Selbstbestimmung und Unabhängigkeit, auch wenn man nicht auf das familiäre Umfeld verzichten will.

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