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Japan mangelt es Regulierungen

Japan importiert vermutlich Fisch mit Verbindungen zu Menschenrechtsverletzungen

Auch wenn Japan umfangreichen Fischfang betreibt, werden Meeresfrüchte und Fisch aus China importiert. Es wird dabei immer mehr vermutet, dass die Ware mit illegalen Fangpraktiken und Menschenrechtsverletzungen in Verbindung steht.

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Zu dem Verdacht kam die Environmental Justice Foundation (EJF), die zwischen 2017 und 2020 Informationen von 70 indonesischen Fischern gesammelt hat, die auf 19 chinesischen Thunfischbooten gearbeitet haben. Die Schiffe arbeiteten dabei mit zehn großen japanischen Kühlfrachtschiffen zusammen, die teilweise einer Tochtergesellschaft von Mitsubishi Corp. gehören.

Fischer berichten von Menschenrechtsverletzungen und illegalen Tätigkeiten

Analysen von Satellitenverfolgungen bestätigen die Aussagen der Seeleute und dass japanische Schiffe Thunfisch sowie Schwertfisch von den chinesischen Fischerbooten bekommen haben. Während die Methode üblich und nicht illegal ist, schlägt die Gruppe wegen der Berichte von zahlreichen Vergehen Alarm.

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Die chinesischen Fischerboote sollen in zahlreiche Vergehen verwickelt sein. Mehrere Schiffe gehören einem Unternehmen mit Sitz in Dalian im Nordosten Chinas. Die Region wurde im Mai mit einem Handelsembargo wegen Sklavenarbeit und Menschenrechtsverletzungen belegt.

Die indonesischen Fischer selbst berichteten von körperlichen und verbalen Misshandlungen durch die chinesische Besatzung. Oft seien sie zu Überstunden gezwungen worden und hätten nicht die vertraglich festgelegte Bezahlung erhalten. Ein Mann berichtete, dass sie in arbeitsreichen Zeiten kaum Nahrung, Wasser oder Medikamente erhalten hätten.

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Hinzu kommt die sogenannte IUU-Fischerei. Damit ist illegales, nicht gemeldetes und unreguliertes Fischen gemeint, dass legitimen Fischereiunternehmen und der Meeresumwelt schadet, die bereits unter Überfischung leidet. Da es an Überwachung mangelt, ist das Problem kaum zu beseitigen.

Japan mangelt es an Regulierungen

Fast alle befragten Indonesier gaben gegenüber dem EJF an, dass ihr Fischerboot sogenanntes Finning betrieben hätte. Es handelt sich dabei um die Praxis, Haie zu fangen, um ihnen nur die Flossen abzuschneiden und den restlichen Körper wieder ins Meer zu werfen.

Diese Methode gilt als extreme Tierquälerei und ist in vielen Ländern sowie zwischenstaatlichen Fischereiorganisationen verboten. Einer der Fischer sagte, dass sie zwar dankbar seien, dass Japaner ihren Thunfisch kauften, die Menschen sollten aber über die illegalen Aktivitäten und die schlechten Behandlung der Fischer Bescheid wissen.

Mitsubishi streitet Verbindungen zur illegalen Fischerei oder Menschenrechtsverletzungen ab. Ihre Transaktionen mit Thunfisch würden alle in Übereinstimmung mit den internationalen Regeln durchgeführt. Sie geben aber zu, dass sie in der Vergangenheit bei der Firma in Dalian gekauft hätten. Seit April 2020 haben sie jedoch den Handel eingestellt.

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Die USA und europäische Nation haben in den letzten Jahren Maßnahmen ergriffen, um Importkontrollen für Fisch aus fragwürdigen Fängen durchzusetzen. In Japan mangelt es hingegen an Vorschriften und Regulierungen. Erst letztes Jahr wurde ein Gesetz erlassen, dass zu Fangnachweisen verpflichtet.

Der Nachweis gilt jedoch nur für bestimmte Arten und Thunfisch ist unter anderem nicht dabei. Es wird deswegen gefordert, dass Japan schnell das Gesetz ausweitet. Auch bei den Menschenrechtsverletzungen soll mehr getan werden.

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