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Japan verbessert sich kaum

Japan ist erneut international bei der Gleichberechtigung der Geschlechter das Schlusslicht

Wie sich in den letzten Monaten gezeigt hat, hat Japan bei der Gleichberechtigung der Geschlechter immer noch sehr viel zu tun. Es wundert deswegen nicht, dass das Land bei dem jährlichen Gender Gap Ranking erneut zu den Schlusslichtern gehört.

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Das World Economic Forum (WEF) in der Schweiz veröffentlichte am Mittwoch die jährliche Liste, die sich mit den geschlechterspezifischen Unterschieden bei 156 Ländern befasst. Wenig überraschend schaffte es Japan dabei nur auf Platz 120, womit sie die schlechteste Bewertung aller G7 Länder haben.

Kaum Fortschritt bei der Gleichberechtigung der Frau

Allerdings ist es für Japan tatsächlich eine Verbesserung. Beim Gender Gap Ranking für 2019 lagen sie noch auf Platz 121. Dass es kaum Verbesserungen gibt, erklärte das WEF damit, dass die Zahl der Frauen in der Wirtschaft und Politik weiterhin niedrig ist.

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Bei der politischen Gleichberechtigung schaffte Japan es nur Platz 147 zu belegen und bei Chancengleichheit sowie wirtschaftliche Teilhabe war es Platz 117. Auf der anderen Seite hat Japan laut dem Bericht die Kluft bei der Grundschulbildung fast komplett beseitigt.

Nach dem Bericht sind zurzeit 9,9 Prozent der japanischen Parlamentarier Frauen und nur zehn Prozent haben Ministerpositionen. Dass es noch nie eine Premierministerin gab, wird dem Land ebenfalls negativ angerechnet.

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In der Wirtschaft sind 14,7 Prozent der Führungsposition mit Frauen besetzt, obwohl 72 Prozent der Frauen in Japan erwerbstätig sind. Das Einkommen von ihnen ist um 43,7 Prozent niedriger als bei den Männern und gleichzeitig ist die Zahl der Teilzeitbeschäftigten doppelt so hoch.

Regierung will Zusammenarbeit verbessern

Die Spaltung zwischen den Geschlechtern ist allgemein groß und wurde durch die Ereignisse in den letzten Monaten nur deutlicher gemacht. Japans oberster Regierungssprecher Katsunobu Kato äußerte sich bei einer Pressekonferenz zu dem Bericht.

Während andere Länder ihre Bemühungen verstärkt haben, scheint Japan mit seinen Maßnahmen zurückzubleiben, so Kato. Er wies dabei darauf hin, dass Japan hinter Südkorea und sogar China bei der Gleichberechtigung der Geschlechter liegt.

Kato will deswegen mit Oppositionsparteien zusammenarbeiten, um einen Frauenanteil von 35 Prozent bei den Kandidaten zur nächsten Nationalwahl 2025 zu erreichen. Bisher ist die Frauenquote im Unter- und Oberhaus mit 18 Prozent und 28 Prozent ziemlich niedrig. Eigentlich sollte der Anteil bereits bei 30 Prozent liegen, dass Ziel des Fünfjahresplans wurde jedoch nach hinten verschoben, da es nicht rechtzeitig erreicht wurde.

Japan macht international einen schlechten Eindruck

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Toko Tanaka, Professor an der Otsuma Women’s University, warnte dazu, dass der Gender Gap in Japan dem Land langzeitig schädigt. Das Bild einer Nation, die kein Bewusstsein für die Gleichberechtigung und Menschenrechte hat, wurde bereits mit dem Olympischen Sexismus-Skandal weiter unterstützt. Diese negative Sichtweise könnte sich in der Zukunft auf Japans Auslandsinvestoren auswirken, denn Unternehmen achten immer mehr auf den Ruf ihrer Geschäftspartner.

Die ersten Plätze beim Gender Gap Ranking 2021 belegten Island, Finnland und Norwegen, wobei Island zum 12. Mal in Folge an der Spitze steht. Deutschland liegt auf dem 11. Platz und hat damit die beste Bewertung unter allen G7-Ländern.

Das WEF geht davon aus, dass es 135 Jahre dauert, um die Kluft zwischen den Geschlechtern weltweit zu beseitigen. Zuvor lag die Prognose noch bei 99 Jahren, aufgrund der Pandemie habe sich die Lage bei der Gleichberechtigung jedoch wieder verschlechter.

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