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Kyoto führt Übernachtungssteuer für Gäste von Hotels und Privat-Unterkunft-Services ein

In Kyoto wurde am Donnerstag von der Stadtversammlung angeordnet, dass (voraussichtlich) ab Oktober 2018 alle Gäste von Hotels, Gasthäusern und Privat-Unterkunft-Services eine Übernachtungssteuer zahlen müssen.

Betrag der Steuer richtet sich nach der Unterkunft

Der Betrag der Steuer richtet sich dabei nach dem Preis der Unterkunft pro Person und Nacht. Für Reisende, die unter 20.000 Yen (etwa 150 Euro) zahlen, fällt eine Steuer von 200 Yen (etwa 1,50 Euro) an. Für Unterkünfte, die zwischen 20.000 Yen und 50.000 Yen (etwa 376 Euro) kosten, zahlen Gäste 500 Yen (etwa 3,76 Euro) und ab einem Preis von über 50.000 Yen beträgt die Steuer 1.000 Yen (etwa 7,53 Euro).

Übernachtungssteuer auch für Privatunterkünfte

Tokyo und die Präfektur Osaka haben bereits ähnliche Steuern für Unterkünfte eingeführt, die über 10.000 Yen (etwa 75,28 Euro) pro Person und Nacht kosten, jedoch ordnet Kyoto als Erstes an, dass auch private Unterkünfte für Reisende von der Steuer betroffen sein sollen. In vielen Teilen der Stadt sind unbefugte Privat-Unterkunft-Services für Reisende weit verbreitet und es könnte eine Herausforderung sein für diese gleichermaßen eine Steuer zu erheben wie für offizielle Unterkünfte.

Mehr Touristen als je zuvor

Japan ist heutzutage bei Touristen so beliebt wie nie zuvor. Besonders Kyoto erlebt einen wahren Touristen-Boom, der allerdings auch einige Probleme darstellt. 2016 besuchten 55 Millionen Menschen die ehemalige Hauptstadt Japans, die dadurch mit Stau, Menschenmassen und Lärmbelästigung zu kämpfen hat.
Es wird erwartet, dass Kyoto durch die Steuer um die 4,56 Milliarden Yen (etwa 34,33 Millionen Euro) pro Jahr einnimmt, die zur Förderung des Tourismus genutzt werden sollen.

Zu wenig Unterkünfte in Kyoto

Nach Angaben der Stadt gab es Ende September 2.479 Unterkunftseinrichtungen in Kyoto, von denen 77 Prozent Gasthäuser oder andere Pensionen waren. Das sind jedoch viel zu wenige aufgrund der weiter steigenden Touristenzahlen. Daher übernachten pro Jahr schätzungsweise 1,1 Millionen Reisende in illegalen Privat-Unterkünften.

Steuern auch bei privaten Unterkünften

Aus diesem Grund erließ das japanische Parlament im Juli diesen Jahres ein Gesetz, das Privatpersonen erlaubt freie Häuser und Räume zu vermieten, sofern sie die Stadtverwaltung darüber informieren. In Kyoto überlegt man derweil an einem darauf zugeschnittenen Steuer-System, bis das Gesetz im Juli 2018 in Kraft tritt. Zu diesem Zweck könnten vermittelnde Agenturen eingesetzt werden, die dann für das Eintreiben der Steuern zuständig wären.

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