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Japan lässt kurdischen Flüchtling nach 17 Monaten endlich wieder zu seiner Familie

Japans Behörden schweigen weiterhin

Die Immigrationspolitik von Japan ist besonders hart und lässt eigentlich so gut wie keine Flüchtlinge zu. Trotzdem versuchen immer wieder Menschen ins Land zu kommen, in der Hoffnung auf ein sicheres und besseres Leben. Ein kurdischer Flüchtling wollte ebenfalls in Japan leben, saß stattdessen jedoch die letzten 17 Monate in der Justizvollzugsanstalt in Tokyo. Nun kam er am Montag endlich frei.

Der mittlerweile 39-jährige Mehmet Colak flüchtete schon 2004 aus der Türkei und kam nach Japan. Seitdem versuchte er bereits vier Mal den Flüchtlingsstatus zu erhalten. Den letzten lehnte Japan am Montag offiziell ab. Zurück in seine Heimat konnte er nicht mehr, da sich die Situation für Kurden in der Türkei deutlich verschärfte.

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Da sein Kurzeitvisum nach der ersten Ablehnung abzulaufen drohte und er nicht illegal im Land bleiben wollte, beantragte er als Flüchtling einen vorläufigen Freigabestatus. Colak durfte damit zwar in Japan bleiben, allerdings nicht die Präfektur Saitama verlassen. Seine Frau und drei Söhne durften hingegen ohne weitere Dokumente in Japan bleiben.

Zwar waren Colak und seine Familie vorerst legal und vor allem sicher in Japan. Mit dem Status durfte er jedoch nicht arbeiten und so lebte die Familie komplett abhängig von Verwandten, die in Japan arbeiten durften. Am 11. Januar 2018 ändert sich jedoch alles urplötzlich. Ohne jegliche Vorwarnung widerrief die Einwanderungsbehörde den Freigabestatus von Colak und nahm ihn sofort fest. Bis heute ist nicht klar, wieso die Behörde ohne Erklärung die Erlaubnis strich.

Beamte verweigern medizinische Versorgung

Colak landete am selben Tag im Tokyo Detention House, wo es ihm von Tag zu Tag schlechter ging. Er bekam Schmerzen in der Brust und starke Migräne. Diesen März verschlechterte sich sein Zustand sehr schlimm und er litt plötzlich an Krampfanfällen. Mitarbeiter der Behörde weigerten sich jedoch, ihn in ein Krankenhaus zu bringen und schickten zwei Krankenwagen wieder weg, die seine Familie in Verzweiflung rief.

Die Verweigerung von medizinischer Versorgung sorgte für große Empörung in der Öffentlichkeit. Neu ist so ein Fall jedoch nicht. Schon lange muss sich Japan Kritik anhören bei der Behandlung von Flüchtlingen in ihrer Einrichtung. So gab es bereits in der Vergangenheit schwere Vorwürfe, Todesfälle und Selbstmorde.

Das UN-Komitee gegen Folter griff sie 2013 scharf für ihre Methoden an. Die derartige strenge Inhaftierung von Asylbewerbern sollte nur das absolut letzte Mittel sein. Gleichzeitig sollten die Haftzeiten so kurz wie möglich sein. Die Forderung nach einer maximalen Haftdauer bis zur Abschiebung blieb unerfüllt. Dafür sitzen jedoch weiterhin Menschen über Monate, sogar Jahre ohne richtige Unterstützung und Versorgung in den Einrichtungen.

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Umso überraschender ist nun die Freilassung Colaks. Erneut gab es keine Erklärung für die Handlung von der Behörde. Der Anwalt, Takeshi Ohashi, gibt jedoch an, dass er mehrere Gründe für die Freilassung einreichte, die allerdings nicht öffentlich gemacht werden dürfen. Umsonst ist die Freiheit jedoch nicht. Die Familie muss insgesamt 820,67 Euro Kaution zahlen. Viel Geld für Menschen, die nicht arbeiten dürfen.

Colak bedankt sich für die vielen Unterstützer

Überglücklich war Colak trotzdem, als er am Montag seinen achtjährigen Sohn in die Arme schloss. Der Junge weinte, als er seinen Vater endlich wieder sah und erzählte Reportern, dass er seinem Vater so viele Dinge erzählen will. Weiter will er unbedingt mit ihm campen gehen oder ins Disneyland.

Seine Frau zeigte sich ebenfalls sehr erleichtert und glücklich vom Wiedersehen. Sie konnte es gar nicht glauben, dass er einfach so frei kommt. Für sie und ihre Kinder war es eine schwere Zeit 17 Monate ohne Colak zu leben. Colak lehnte es selbst bei einer Pressekonferenz ab, etwas zu sagen, da er müde war. Er bedankt sich nur bei allen Unterstützern und den mehr als 5.000 Menschen, die eine Petition für seine Freilassung unterzeichneten. Er hofft, dass sie alle ihn weiter unterstützen.

Quelle: JT

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