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Erneute Forderung aus Nagasaki

Japan lehnt den Atomwaffenverbotsvertrag der UN weiterhin ab

Zwar forderte der Bürgermeister von Nagasaki weiterhin Japans Regierung auf, dem Atomwaffenverbotsvertrag der UN beizutreten, doch Premierminister Shinzo Abe verneinte diese Forderung nach der Gedenkfeier zum Atombombenabwurf zum wiederholten Mal.

Bürgermeister Tomihisa Taue bemängelte, anlässlich des 75. Jahrestags des Atombombenabwurfs auf die Stadt, dass zurzeit eine globale Führung fehlt, um eine Welt ohne Nuklearwaffen zu schaffen.

Japans Premierminister vermied öffentliche Aussagen zum Atomwaffenverbotsvertrag in Nagasaki

„Wenn die Menschheit, wie bei dem neuartigen Coronavirus, der Bedrohung durch Atomwaffen erst bewusst wird, wenn sie wieder eingesetzt werden, befinden wir uns in einer unwiderruflichen Lage“, so Taue in seiner Rede im Friedenspark von Nagasaki.

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Japans Premierminister Shinzo Abe vermied jedoch  den Atomwaffenverbotsvertrag zu erwähnen, als er zu den Anwesenden sprach, zu den auch Überlebende und Familien der Opfer gehörten.

Damit ließ er wieder die widersprüchliche Position Japans durchblicken, da das Land unter dem Schutz des US-amerikanischen Nuklearschirms steht.

Nachdem um 11:02 Uhr, dem genauen Zeitpunkt des Einschlags der Atombombe am 9. August 1945, eine Schweigeminute eingelegt worden war, sagte Taue, dass die jüngsten Entwicklungen bei den Atommächten darauf deutet, dass die Abrüstung gestoppt wird.

Er forderte die internationale Gemeinschaft auf, die Aufrufe der Überlebenden zu beherzigen, den Vertrag so bald wie möglich in Kraft zu setzen.

viele Menschen gedachten der Opfer des Atombombenabwurfs in Nagasaki
viele Menschen gedachten der Opfer des Atombombenabwurfs in Nagasaki. Bild: Kyodo

„Unter den Atommächten und Ländern unter dem nuklearen Schirm gab es Stimmen, die erklärten, es sei zu früh für einen solchen Vertrag“, so Taue. „Das ist nicht der Fall. Vielmehr kommt die Abrüstung viel zu spät.“

Anlässlich des Jahrestags sandte der britische Schriftsteller Kazuo Ishiguro, der neun Jahre nach dem Bombenanschlag in Nagasaki geboren wurde, eine Botschaft mit den Worten: „Vergessen wir nicht, wie zerbrechlich unsere Zivilisation noch immer ist“ und betonte den höchsten Wert des menschlichen Lebens.

In sechs Monaten läuft der letzte Atomwaffenkontrollvertrag zwischen den USA und Russland aus. Viele befürchten, dass beide Staaten danach wieder aufrüsten werden.

Abe wiederholte seine Rede aus Hiroshima

Obwohl Vertreter aus etwa 70 Ländern anwesend waren, war Abes Rede fast eine Kopie dessen, was er vor drei Tagen in Hiroshima sagte.

Zwar sieht Abe Japan zu einer Welt ohne Atomwaffen verpflichtet, aber aufgrund eines jahrzehntelangen Sicherheitsabkommens mit den Vereinigten Staaten hat sich das Land zusammen mit den Atommächten geweigert, einen UN-Vertrag für eine Abschaffung von Nuklarwaffen zu unterzeichnen.

Auf einer Pressekonferenz sagte Abe, dass Japan dem Vertrag nicht beitreten werde, obwohl das Land das gleiche Ziel der Abschaffung von Atomwaffen teilt.

„Der Vertrag wurde geschaffen, ohne die Realität der Sicherheit zu berücksichtigen“, so Abe. „Ich muss sagen, dass der Vertrag aus der Sicht unseres Landes einen anderen Ansatz verfolgt.“

Im vergangenen Jahr haben die Bürgermeister von Nagasaki und Hiroshima bereits einen Beitritt Japans zum Atomwaffenverbotsvertrag gefordert.

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