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Menschen sollen zusammen mit Tieren evakuieren können

Japan möchte die Evakuierung mit Haustieren erleichtern

Wenn es in Japan zu einem Evakuierungsbefehl kommt, sollen die Menschen möglichst schnell die ihnen zugewiesenen Evakuierungszentren aufsuchen. Personen mit Haustieren müssen dabei oft ihre Lieblinge zurücklassen, da viele Einrichtungen keine Tiere erlauben. Die Regierung will deswegen nun die Evakuierung mit Haustieren vereinfachen

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Das Umweltministerium gab an, dass sie eine Checkliste für Kommunalverwaltungen vorbereiten, um es Haustierbesitzern bei der Suche nach einer Unterkunft für Tiere einfach zu machen. Unter anderen werden die Behörden gefragt, ob sie Informationen zu tierfreundlichen Unterkünften zur Verfügung stellen.

Auch das Leben von Haustieren ist wichtig

Ebenfalls soll geprüft werden, ob es festgelegte Verfahren für Situationen gibt, bei denen Tierbesitzer von Evakuierungszentren abgewiesen werden, weil sie keine Tiere aufnehmen. Das Ministerium will des Weiteren die Betreiber von Notunterkünften anweisen, dass es bei ihnen klare Richtlinien zu Evakuierten mit Tieren gibt.

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Um die Maßnahmen zu überprüfen will das Ministerium ab diesen April an drei Orten bereits Evakuierungsübung mit Tieren durchführen. Das Ministerium betont, dass die Evakuierung der Tiere wichtig ist, da sie dabei helfen können das Leben der Besitzer zu schützen. Es sei deswegen notwendig, dass die Initiative ergriffen wird und jede Gemeinde zusammen mit den Bewohnern Vorbereitungen trifft.

Das Ministerium kontrolliert dazu ob Gemeinden mit örtlichen Veteranenverbänden und Tierschutzorganisationen zusammenarbeiten, damit Tierhalter zusätzlich in Katastrophen unterstützt werden.

In der Not werden Tiere zurückgelassen

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Einige Experten hatten in der Vergangenheit darauf hingewiesen, dass der Mangel an Zusammenarbeit zwischen Tierschutzorganisationen und dem Katastrophenmanagement der Gemeinden dazu beiträgt, dass die Behörden keine richtigen Maßnahmen zu Haustieren ergreifen können.

Oft wissen die Menschen nicht wo sie hin können und werden deswegen von einigen Notunterkünften abgewiesen. Es bleibt ihnen deswegen meisten nichts anderes übrige, als ohne die Tiere zu evakuieren oder zu Hause zu bleiben

Bei den großen Kumamoto Erdbeben 2016 gab es mehrere Berichte von Menschen, die mit ihren Tieren in ihren Autos lebten, weil die Evakuierungszentren sie nicht aufnehmen wollten. Nach dem Beben und Tsunami 2011 wurden hingegen viele Katzen und Hunde zurückgelassen, die später als Streuner für Behörden zu einem Problem wurden.
Allgemein sind seit 2013 deswegen Menschen angehalten die Tiere nicht zurückzulassen. Gleichzeitig wurden Gemeinden aufgefordert allgemeine Richtlinien für Evakuierungszentren aufzustellen, auch zu Haustieren.

Regelungen werden nur langsam umgesetzt

Einige reguläre Unterkünfte nehmen nun manchmal Haustiere so auf, jedoch kommt es dabei häufig zu Beschwerden von anderen Bewohnern, die sich von dem Lärm der Tiere belästigt fühlen. Allgemein wurden die Regelungen nur sehr langsam und halbherzig umgesetzt, sodass es meistens keine einheitlichen Vorschriften gibt, obwohl 2018 bereits von der Regierung genauere Richtlinien herausgegeben wurden.

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Dass das ein Problem ist, wurde bei den Überschwemmungen letztes Jahr deutlich. Nagasaki wurde mit Anfragen von Haustierbesitzen überrannt, die nicht wussten, wo sie hin evakuieren sollen. Da es jedoch keine Richtlinien gab, wurde unterschiedlich entschieden, was teilweise für massive Verwirrungen sorgte.

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