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Japan kämpft mit Atommüll

Japan möchte radioaktive Geräte aus Kernkraftwerken im Ausland entsorgen

Japan hat ein großes Problem was den Atommüll angeht. Ohne Endlager wächst die Menge immer mehr an. Aus dem Grund überlegt die Regierung nun einen Teil des Mülls aus den Kernkraftwerken ins Ausland zu bringen.

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Die Regierung denkt zurzeit darüber nach, die Vorschriften für den Export von radioaktiv verseuchten Geräten aus Kernkraftwerken zu lockern. Man will so den Müll im Ausland entsorgen und die Menge im eigenen Land reduzieren.

Geräte aus Kernkraftwerken sollen im Ausland entsorgt werden

Bisher will man drei verschiedene Arten von radioaktiven Geräten im Ausland entsorgen. Dampfgeneratoren, Speisewassererhitzer sowie Lager- und Transportbehälter für Kernbrennstoffe sollen exportiert werden. Die Bauteile sind dabei von 5 bis 20 Meter groß und wiegen bis zu 300 Tonnen. Allgemein sind die Teile weniger verstrahlt als abgebrannte Brennelemente, aber trotzdem sind sie gefährlich.

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Die Schwierigkeit bei der Umsetzung des Plans ist, dass die Exporte nur erlaubt sind, wenn sie die Erlaubnis der Länder enthalten. Allerdings verbietet Japans Foreign Exchange and Foreign Trade Control Gesetzt den Transport generell. Aus dem Grund will man beim Export darauf achten, dass die Geräte größtenteils recyclt werden, um nicht das Gesetz ändern zu müssen.

Das Industrieministerium hat die Änderung bereits in seinem Entwurf für den aktualisierten Basic Energy Plan aufgenommen, der frühstens im Oktober vom Kabinett verabschiedet werden soll. Vorher will man noch die Meinung der Bevölkerung bis zum 4. Oktober einholen.

Japan braucht dringend eine Entsorgungslösung

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Mit einer Zustimmung könnte die Umsetzung allerdings noch Jahre dauern. Neben der Abschätzung der Kosten müssen auch die Sicherheitsmaßnahmen für den Transport geklärt werden.

Die Exporte würden von Japans ursprünglicher Politik abweichen, den Abfall im eigenen Land zu entsorgen. Die Suche nach einem Endlager läuft noch. Zwar gibt es schon potenzielle Standplätze, die aber noch geprüft werden müssen. Zusätzlich gibt es bereits Widerstand aus der Bevölkerung.

Japan muss trotzdem eine schnelle Lösung finden. 24 Reaktoren von Kernkraftwerken sollen in den nächsten Jahren abgebaut werden. Ohne das zerstörte Fukushima Kernkraftwerke fallen allein 165.000 Tonnen an schwach radioaktivem Abfall an. 90 Prozent davon können bisher nicht entsorgt werden.

Es soll deswegen auch diskutierte werden, wie weit der Abfall recyclingfähig ist. Experten sagen dazu, dass Japan zuerst die Entsorgung auslagern und dann davon lernen soll, um den Müll dann im eigenen Land beseitigen zu können.

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